In den Mittelpunkt des diesjährigen Aktionstags stellt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, die den Tag des Waldes jährlich ausruft, die wirtschaftliche Bedeutung der Wälder.
„Der Wald ist ein unverzichtbarer Lebensraum für Pflanzen, Tiere – und auch für uns Menschen. Viele suchen in Wäldern Erholung und Ruhe. Wälder sind aber auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in unserer Region. Nicht zu vergessen die Leistung der Bäume und Pflanzen für den Klimaschutz“, betont Regierungspräsident Weinmeister. „Vom Reinhardswald zum Naturpark Knüll, vom Kellerwald-Edersee rüber nach Waldhessen – NordOstHessen ist eine der waldreichsten Regionen Deutschlands. Diesen Standortfaktor müssen wir erhalten, was uns angesichts des fortschreitenden Klimawandels umso mehr Bereitschaft abverlangt. Die Mitarbeitenden meiner Oberen Forstbehörde arbeiten Tag für Tag im Zusammenspiel mit HessenForst, den Landkreisen, den Waldbesitzenden und anderen Mitwirkenden daran, unsere Wälder nachhaltig zu bewirtschaften. Die Zitterpappel, der diesjährige Baum des Jahres, wird dabei auch eine wichtige Rolle spielen. Lassen Sie uns weiterhin gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten, damit unsere Wälder ihre wichtigen Nutz-, Schutz-, Klimaschutz- und Erholungsfunktionen auch künftig behalten.“
Seit 1989 ruft die Dr. Silvius Wodarz-Stiftung den Baum des Jahres aus. Die Zitterpappel (Populus tremula), auch als Espe bekannt und Baum des Jahres 2026, spielt eine entscheidende Rolle bei der Waldregeneration im Klimawandel. Ihr Name stammt von dem typischen Zittern ihrer Blätter, das durch flexible Blattstiele verursacht wird. Mit einer Wuchshöhe von 15 bis 25 Metern und leuchtend gelbem Herbstlaub, ist sie eine wichtige Pionierpflanze. Sie besiedelt schnell zerstörte Waldflächen und fördert die Artenvielfalt. Ihr Holz wird für Zündhölzer und Papier, aufgrund ihres geringen Gewichts aber auch für Prothesen und Tischtennisschläger verwendet. Durch ihre Robustheit und Anpassungsfähigkeit an verschiedene Böden ist sie ein Hoffnungsträger für stabile Mischwälder in der Zukunft.
Rund 43 % des Regierungsbezirks Kassel sind bewaldet. Die Region ist durch große zusammenhängende Wälder wie den Reinhardswald, den Kaufunger Wald oder auch den Knüll geprägt. Wie in ganz Hessen dominieren auch in NordOstHessen Laubwälder mit einem Anteil von etwa 63 % die Waldfläche. Im Regierungsbezirk gibt es 40 nach Forstrecht ausgewiesene Schutzgebiete, 13 Bannwälder, 15 Schutzwälder, zwei Schutz- und Erholungswälder sowie zehn Erholungswälder.
Hintergrund:
Wald im Dauerstress
Nach Auswertungen der Oberen Forstbehörde beim RP Kassel haben die Jahre 2018 bis 2022 den Wald im Regierungsbezirk stark in Mitleidenschaft gezogen; die Situation passt damit ins hessen- und bundesweite Gesamtbild. Neben dem Sturmtief „Friederike“ vom 18. Januar 2018 haben auch die langanhaltende Hitze und Trockenheit der zurückliegenden Jahre die Waldbestände gestresst, wodurch Borkenkäfer und andere Schadorganismen ideale Brutbedingungen hatten. Dies in Summe hat zu einer bisher ungekannten Schadsituation geführt. Hessenweit sind nach Zahlen des Hessischen Landwirtschafts- und Forstministeriums rund 90.000 Hektar Kahlflächen entstanden, was in etwa zehn Prozent der hessischen Waldfläche entspricht. Insbesondere die Fichte ist betroffen, aber auch die Hessens Wälder prägende Buche. Dabei galt die Buche bisher als relativ klimaresistent.
Internationaler Tag des Waldes
Der Internationale Tag des Waldes wird seit 1971 alljährlich am 21. März, zum Frühlingsanfang, begangen. Erklärtes Ziel ist, das Bewusstsein und Wissen um die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung aller Arten von Wäldern zum Nutzen heutiger und künftiger Generationen zu fördern. Neben der herausragenden Bedeutung der Wälder als Lebensraum für Pflanzen und Tiere soll auch die besondere Bedeutung des Waldes und einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung für die Bekämpfung der globalen Armut geschaffen werden. Es wird von Experten geschätzt, dass weltweit etwa zwei Drittel aller Arten, zumindest teilweise, auf Wälder als Lebensraum angewiesen sind.
Obere Forst- und Jagdbehörde
Die Wertschätzung des Waldes findet in Deutschland ihren Ausdruck nicht zuletzt im Bundeswaldgesetz und im Hessischen Waldgesetz. Diese stellen den Wald wegen seiner besonderen Bedeutung für die nachhaltige Holzproduktion, als Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, die positiven Auswirkungen auf den Naturhaushalt, den Boden, das Grundwasser und das Klima unter besonderen Schutz. Nicht zu vergessen ist, dass der Wald auch ein Ort für die Menschen ist, um Ruhe und Erholung zu finden oder sich dort sportlich zu betätigen.
In diesem Zusammenhang nimmt das Regierungspräsidium Kassel als Obere Forstbehörde (OFB) wichtige Aufgaben für den Schutz und die Entwicklung der Wälder in der Region und teilweise für ganz Hessen wahr. Daneben ist die Obere Jagbehörde (OJB) für das gesamte Land Hessen ebenfalls am Regierungspräsidium Kassel angesiedelt.
Informationen: https://rp-kassel.hessen.de/forsten-und-landwirtschaft/forsten