Der sogenannte Westbalkan, maßgeblich bestehend aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens, ist nicht nur aufgrund des Bürgerkriegs vor 30 Jahren eine komplexe Region in Europa. Mit den Staaten Kroatien und Slowenien, die bereits seit geraumer Zeit Mitglied der EU sind, scheint es zu den übrigen Staaten Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Nordmazedonien und Kosovo eine immer größer werdende Lücke zu geben. Unter anderem durch rechtsstaatliche Auflagen der EU an die perspektivischen Beitrittskandidaten stellt das Buch „Der Westbalkan. Im Wartezimmer der EU“ diesen Zustand fest und begibt sich auf Erklärungs- und Deutungssuche.
Die Journalistin Franziska Tschinderle sowie die Journalisten Krsto Lazarević und Danijel Majić zeichnen ein eindringliches Bild einer Region, die seit Jahren auf politische Reformen, europäische Perspektiven und gesellschaftliche Stabilität hofft – und doch immer wieder von Blockaden, Machtkämpfen und geopolitischen Verschiebungen ausgebremst wird. Wie kommt es zu diesem Schwebezustand? Was macht das mit dem EU-Zuspruch der Bevölkerung? Welche anderen Einflusskräfte gibt es in der Region? Und mit Blick auf bestehende Nationalismen: Wie bereit sind diese Staaten auch in rechtsstaatlichem Sinne der EU beizutreten? Welche Konsequenzen folgen, wenn die EU die restlichen Westbalkanländer nicht aufnehmen sollte?
Die Veranstaltung bietet einen fundierten Einblick in die aktuellen Entwicklungen und eröffnet Raum für Austausch über die Zukunft der EU‑Erweiterung. Die Europa-Union Kassel, die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und das EUROPE DIRECT NordOstHessen beim Regierungspräsidium Kassel laden ein am:
Sonntag, 29. März 2026, 19 Uhr
ins Palais Bellevue, Schöne Aussicht 2, 34117 Kassel
Die Moderation übernimmt MdB Boris Mijatović, Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. Der Einlass beginnt um 18.30 Uhr.