Regierungspräsidium Kassel

Die Obere Wasserbehörde des RP Kassel schreibt die Pläne für das Hochwasserrisikomanagement fort

Wie steht es um den Hochwasserschutz in der Region NordOstHessen und wie kann dieser weiter optimiert werden? Diese Fragen stellen sich spätestens alle sechs Jahre, wenn die regionalen Pläne für das Management von Hochwasserrisiken turnusgemäß aktualisiert werden.

Die Obere Wasserbehörde des Regierungspräsidiums (RP) bittet aus diesem Anlass die Kommunen, den Umsetzungsstand der Hochwasserschutzmaßnahmen zu melden und eine aktualisierte Einschätzung zur örtlichen Hochwasserbetroffenheit vorzunehmen.

Im Rahmen der Fortschreibung der Hochwasserrisikomanagementpläne (HWRM-Pläne) ermuntert das RP Kassel die betroffenen Kommunen, eigene Hochwasserschutzüberlegungen im Prozess einzubringen: Alle Gemeinden und Städte in der „HWRM-Kulisse“ im RP-Bezirk Kassel sind aufgefordert dem Regierungspräsidium mitzuteilen, welche Hochwasserschutzmaßnahmen an den gefährdeten Abschnitten von Fulda, Eder, Werra, Diemel und Weser und den Zuflüssen seit 2021 umgesetzt oder in Angriff genommen wurden. Dies eröffnet den Städten und Gemeinden gleichzeitig die Möglichkeit, sich erneut durch kommunale Ortskenntnis mit Vorschlägen zur Reduzierung des Hochwasserrisikos in den Prozess einzubringen und diesen mitzugestalten. Die Abfrage bei den Kommunen läuft noch bis zum 30. April dieses Jahres.

Die entsprechenden Unterlagen liegen den betroffenen Kommunen vor und können darüber hinaus auch von allen weiteren Interessierten eingesehen werden. Dafür können die HWRM-Pläne und weitere Hintergrundinformationen über das Hochwasserportal Hessen (https://www.hochwasser-hessen.de/hochwasserportal-hessen/hwrm-plaene.htmlÖffnet sich in einem neuen Fenster) und den HWRM-Viewer des HLNUG (https://umweltdaten.hessen.de/mapapps/resources/apps/hwrm/index.html?lang=deÖffnet sich in einem neuen Fenster) aufgerufen werden.

Der erste Durchgang der HWRM-Pläne für das hessische Wesergebiet (HWRMP Fulda, HWRMP Diemel-Weser, HWRMP Werra) wurde unter Federführung des RP Kassel und mit intensiver Beteiligung der kommunalen Planungsträger in 2015 abgeschlossen. Die Umsetzung der Richtlinien ist dabei als zyklischer Prozess angelegt. Alle sechs Jahre sind die Pläne zu überprüfen und ggf. zu aktualisieren. Der aktuelle 3. Zyklus endet mit dem 22. Dezember 2027. Die erstmalige Überprüfung und Identifikation von „Brennpunkten“ führte seinerzeit zu einer Vielzahl an Maßnahmenvorschlägen die in gegenseitiger Rücksprache und guter Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Kommunen und dem Regierungspräsidium erfolgt sind. Seither sind die Kommunen im hessischen Einzugsgebiet der Weser weiterhin angehalten, aktiv für den Hochwasserschutz tätig zu werden.

 

Hintergrund:

Das Hochwasserrisikomanagement ist eine Daueraufgabe, bei der sowohl die klimatischen Änderungen als auch die Nutzungsanforderungen fortlaufend beachtet werden müssen, um hochwasserbedingte nachteilige Folgen für die Zukunft zu verringern. Nicht zuletzt das Hochwasser an Ahr und Erft im Sommer 2021 hat eindrücklich die Notwendigkeit einer abgestimmten und tragfähigen Risikovorsorge aufgezeigt.

Bereits am 26.11.2007 ist die Richtlinie 2007/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken (HWRM-RL) in Kraft getreten. Die dort geforderte Zielsetzung wurde in das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und das Hessische Wassergesetz (HWG) aufgenommen.

Mit der Einführung dieser Richtlinie und der Umsetzung im nationalen Wasserrecht wurde ein Rahmen geschaffen zur Verringerung bzw. Vermeidung der hochwasserbedingten nachteiligen Folgen auf

  • die menschliche Gesundheit,
  • die Umwelt,
  • das Kulturerbe und
  • die wirtschaftlichen Tätigkeiten

Ein Element bei der Umsetzung der Richtlinie ist das Erstellen von Hochwasserrisikomanagementplänen (HWRM-Pläne). Sie enthalten jeweils die Hochwassergefahrenkarten mit den Angaben, wo das Hochwasser bei welchem Hochwasserereignis wie hoch stehen wird, und die Hochwasserrisikokarten mit den Angaben, welche Rechtsgüter bei diesen Hochwasserereignissen betroffen sein werden. Neben den Kartendarstellungen werden Ziele und Maßnahmen zur weiteren Senkung des örtlichen Schadenspotenzials vorgestellt und diese mit Informationen zu bereits existierenden oder geplanten Schutzvorkehrungen in Verbindung gebracht.

Weitere Informationen und Karten:

https://hochwasser.hessen.de/hochwasser-risiko-managementÖffnet sich in einem neuen Fenster

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