Beim „Tag des hydrometrischen Messwesens“ tauschten sich die rund 35 Teilnehmenden aus Hessen und den umliegenden Bundesländern zu Messverfahren und neuartigen Technologien aus, mit denen Wasserdurchflüsse in Gewässern noch einfacher und präziser bestimmt werden können.
Der Tag findet regelmäßig alle drei bis vier Jahre statt und dient der Qualitätssicherung von Abflussmessungen sowie dem Erfahrungsaustausch der Oberen Wasserbehörden Hessens, an denen das hydrometrische Messwesen angesiedelt ist. Auch Vertreterinnen und Vertreter anderer Behörden inner- und außerhalb Hessens sowie von Wasserverbänden und der Messtechnikbranche nahmen daran teil. Neben einem umfangreichen Praxisteil stellte ein Mitarbeiter des RP Kassel im Rahmen eines Fachvortrags auch Einsatzmöglichkeiten von Drohnen in der Wasserwirtschaft vor.
Am Diemelpegel Helmarshausen wurden verschiedene Versuchsreihen mit sog. ADCP-Messbooten durchgeführt. „ADCP“ steht für Acoustic Doppler Current Profiler, zu deutsch: Ultraschall-Doppler-Profil-Strömungsmesser. Das Messboot wird hierfür an einer Seilkrananlage, die quer über das Gewässer positioniert ist, kontinuierlich über den Messquerschnitt geführt. Mittels akustischer Signale werden Frequenzmessungen im Gewässer durchgeführt. Aus den gewonnenen Daten kann dann die mittlere Strömungsgeschwindigkeit in verschiedenen Tiefenzellen und somit letztendlich ein Gesamtabfluss errechnet werden. Messverfahren und technische Ausstattung der einzelnen Behörden konnten so in der Praxis miteinander verglichen werden. Die Ergebnisse können detaillierte Aussagen über die Genauigkeit der Messparameter und der verwendeten Geräte liefern. Dazu wurden die Messungen bei stationären Bedingungen im gleichen Gewässerquerschnitt durchgeführt.
Auch technische Weiterentwicklungen der Messboote kamen am Tag des hydrometrischen Messwesens zum Einsatz: So bewegen sich die neueren Generationen der Messboote ferngesteuert im Gewässer und sind nicht mehr auf eine Seilkrananlage angewiesen. Auch die kameragestützte Abflussmessung konnte auf Drohnen und Smartphonekameras ausgeweitet und von den Teilnehmenden erprobt werden.
Regelmäßige hydrometrische Messungen in Fließgewässern dienen dazu, die wasserwirtschaftlichen Modelle der Wasserbehörden mit dem Ist-Zustand abzugleichen und auf einem aktuellen Stand zu halten. Dies dient vor allem auch einer verlässlichen Modellierung von Abflussprognosen im Falle einer Hochwasserlage.