Beschädigtes Dach

Regierungspräsidium Kassel

Arbeitsschutzbehörden nehmen Arbeiten auf Gebäudedächern in den Fokus

Aktionswoche der Regierungspräsidien vom 21. bis 25. September

Fast ein Drittel der tödlichen Arbeitsunfälle, die zwischen 2009 und 2022 in Deutschland erfasst wurden, sind auf einen Absturz zurückzuführen. Um auf die Absturzgefahren aufmerksam zu machen, veranstalten die drei hessischen Regierungspräsidien Kassel, Gießen und Darmstadt vom 21. bis 25. September eine Aktionswoche. Die Aufsichtskräfte des Regierungspräsidiums Kassel werden zahlreiche Betriebe und Institutionen aufsuchen und ihren Fokus auf die Bewertung der Schutzmaßnahmen legen, dank derer die Beschäftigten vor dem Absturz von Dächern bewahrt werden sollen. Das Themenfeld ist grundsätzlich branchenunabhängig relevant, daher sind Kontrollen in allen Unternehmen mit betretbaren Gebäudedächern in NordOstHessen möglich.

„Die Gefahr von Absturzunfällen besteht nicht nur beim Bau der Häuser und der Installation von Photovoltaikanlagen oder anderer Technik, sondern auch bei Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten, Kontrollgängen oder Messungen“, erläutert der Kasseler Regierungspräsident Mark Weinmeister. „Bei solchen Tätigkeiten fehlen häufig Schutzmaßnahmen, aber auch Informationen“, ergänzt Dr. Katherina Rüping, die eines der drei Arbeitsschutzdezernate im Regierungspräsidium Kassel stellvertretend leitet. Ein hoher Anteil der Verunfallten fiel von Dächern oder stürzte durch nicht durchtrittsichere Dachbeläge oder Lichtkuppeln in das Gebäudeinnere. „Die Aktionswoche soll deshalb das Bewusstsein in Unternehmen für die Absturz- und Durchsturzgefahren bei nachfolgenden Arbeiten auf Dächern stärken. Die Arbeitsschutzbehörde im Regierungspräsidium Kassel möchte in diesem Zeitraum durch gezielte Kontrollen und Beratung einen aktiven Beitrag zur Vermeidung schwerer Arbeitsunfälle leisten“, so Rüping weiter.

„Wir werden in der Aktionswoche sowohl die Arbeitsschutz-Verantwortlichen in den Unternehmen nach der Beurteilung von Gefährdungen bei Arbeiten auf den Dächern fragen, als auch den Informationsfluss an die Beschäftigten betrachten, die Arbeiten auf dem Dach durchführen müssen“, erklärt der für das Baugewerbe zuständige Arbeitsschutzexperte Stefan Reupke. „Anschließend werden Absturzsicherungen auf den Dächern in Augenschein genommen und deren Eignung und Funktionsfähigkeit bewertet. Auch der sichere Zugang zum Dach wird in die Kontrolle einbezogen.“

Die Aktionswoche wird übrigens nicht nur in NordOstHessen stattfinden. Auch die Aufsichtskräfte der Regierungspräsidien in Gießen und Darmstadt werden vom 21. bis 25. September verstärkt Arbeiten auf Dächern kontrollieren. Im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), die vom Bund, den Ländern und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung getragen wird, widmet man sich auch bundesweit der Absturzthematik auf Dächern. „Absturzunfälle und das damit verbundene menschliche Leid sind vermeidbar, wenn Arbeiten auf Dächern gut geplant sind und die korrekten Schutzmaßnahmen getroffen werden sowie auch wirksam sind“, hebt die stellvertretende Dezernatsleiterin Dr. Katherina Rüping abschließend hervor.

Weitere Informationen zum Thema Arbeitsschutz beim Regierungspräsidium Kassel finden sich unter:
https://rp-kassel.hessen.de/arbeits-und-verbraucherschutz/arbeitsschutz

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