Das Planfeststellungsverfahren für den sechsstreifigen Ausbau der A 44 zwischen dem Autobahnkreuz Kassel-West und dem Autobahndreieck Kassel-Süd einschließlich des Neubaus der Bergshäuser Brücke geht in die nächste Phase. Nach Abschluss des Anhörungsverfahrens hat das Regierungspräsidium Kassel das Verfahren am 20. August 2026 an die Planfeststellungsbehörde im Hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium übergeben. Diese prüft nun den Antrag und die umfangreichen Verfahrensunterlagen. Ziel des Verfahrens ist es, das Baurecht für das Vorhaben zu schaffen.
„Die A 44 ist eine der zentralen Verkehrsachsen für Kassel und ganz Nordhessen. Sichere Brücken und eine leistungsfähige, verlässliche Infrastruktur sind für die Menschen ebenso unverzichtbar wie für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Deshalb hat der Neubau der Bergshäuser Brücke eine hohe Bedeutung“, erklärte Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori. „Die Menschen und Unternehmen vor Ort erwarten zu Recht, dass notwendige Infrastrukturvorhaben vorankommen. Zugleich müssen alle Belange sorgfältig geprüft und die Rechte der Betroffenen gewahrt werden. Beides gehört zu einem rechtsstaatlichen und verlässlichen Verfahren.“
RUND 650 EINWENDUNGEN IM ANHÖRUNGSVERFAHREN
Die mit der Planung beauftragte Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) hatte die Zulassung des Vorhabens im Oktober 2023 beim Regierungspräsidium Kassel beantragt. Im Zuge der anschließenden Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden gingen rund 650 Einwendungen von Privatpersonen sowie mehr als 50 Stellungnahmen von Behörden, Kommunen, Verbänden und weiteren Trägern öffentlicher Belange ein. Nach Prüfung der Einwendungen, Stellungnahmen und Erwiderungen fanden am 28. und 29. Mai sowie am 1. und 2. Juni 2026 Erörterungstermine statt.
Mit der Übergabe des Vorlageberichts an das Wirtschaftsministerium ist das Anhörungsverfahren abgeschlossen. Die Planfeststellungsbehörde prüft nun den Antrag und die Verfahrensunterlagen. Die DEGES hat angekündigt, die im Jahr 2023 eingereichten Unterlagen auf Grundlage neuer Erkenntnisse zu aktualisieren und die Ergebnisse des Anhörungsverfahrens in die weitere Planung einzubeziehen. Vorgesehen sind insbesondere eine Aktualisierung der Verkehrsprognose auf den Prognosehorizont 2040 und eine darauf aufbauende Überprüfung der Lärmberechnungen. Abhängig vom Umfang der Änderungen kann eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit erforderlich werden.
Der geplante Ausbau umfasst den Abschnitt der A 44 zwischen dem Autobahnkreuz Kassel-West und dem Autobahndreieck Kassel-Süd einschließlich einer neuen Fuldaquerung. Die bestehende Bergshäuser Brücke soll durch einen südlich der heutigen Trasse gelegenen Neubau ersetzt werden. Der Abschnitt ist Teil einer wichtigen Verkehrsachse in Nordhessen und insbesondere für den Wirtschafts- und Logistikverkehr von großer Bedeutung.