Anlagenbezogener Gewässerschutz

Gewässerschutzinspektionen als vorbeugender Gewässerschutz

 

In Hessen gibt es ca. 25.000 Betriebe, die für den Gewässerschutz von Bedeutung sind, weil mit wassergefährdenden Stoffen umgegangen wird oder Abwasser anfällt, das wegen seiner Inhaltsstoffe nicht ohne vorhergehende Behandlung in ein Gewässer oder eine kommunale Kläranlage eingeleitet werden darf. Ca. 3 000 dieser Betriebe kommt wegen Art und Menge der verwendeten wassergefährdenden Stoffe oder wegen der Menge und der Inhaltsstoffe des Abwassers eine besondere wasserwirtschaftliche Bedeutung zu.

 

Durch unsachgemäßen Umgang mit wassergefährdenden Stoffen kann es zu Grundwasser- und Bodenverunreinigungen kommen. In Hessen sind rund 1500 Boden- und Grundwasserverunreinigungen erfasst, die auf den unsachgemäßen Umgang mit wassergefährdenden Stoffen zurückzuführen sind. Derartige Schäden sind oft nur mit erheblichem technischen Aufwand und immensen Kosten zu beheben.

Im Rahmen des anlagenbezogenen Gewässerschutzes werden Maßnahmen getroffen, um

  • Boden- und Grundwasserverunreinigungen durch den unsachgemäßen Umgang mit wassergefährdenden Stoffen vorzubeugen,
  • bereits eingetretene Verunreinigungen der Gewässer (Grundwasser, Oberflächengewässer) zu beseitigen oder deren Auswirkungen zu vermindern,
  • die Menge und Belastung des industriellen und gewerblichen Abwassers durch geeignete Auflagen nach dem aktuellen Stand der Technik zu vermindern.

Dies erfolgt durch die Erarbeitung und Umsetzung von Anforderungen

  • an die Auslegung, den Betrieb und die Überwachung von Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen,
  • an die Auslegung, den Betrieb und die Überwachung gewerblicher und industrieller Abwasseranlagen und Einleitungen,
  • zur Bewertung der Gewässerbelastung durch gefährliche Stoffe,
  • zum Warn- und Alarmdienst bei Gewässerverunreinigungen und
  • an Wasch- und Reinigungsmittel (z.B. Abbaubarkeit, Phosphatgehalt)

Besondere Bedeutung haben die betrieblichen Gewässerschutzinspektionen als flankierende Maßnahme zur weitgehenden Eigenverantwortung der Betreiber. Die Gewässerschutzinspektionen sind unverzichtbar, um die Anlagenbetreiber in ihren Pflichten zu unterweisen. Aufgrund der Komplexität des Themas und der daraus folgenden Anzahl von Regelungen erfolgt auf Wunsch eine umfassende fachliche Beratung der Betriebe durch das Regierungspräsidium.

 

Im Rahmen der betrieblichen Gewässerschutzinspektionen wird insbesondere geprüft, ob die erforderlichen Anzeigen bei den Behörden vorliegen und die notwendigen Sachverständigenprüfungen durchgeführt wurden.

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