Wasserschutzgebiete

Zum Schutz von Trinkwassergewinnungsanlagen und staatlich anerkannten Heilquellen weist das Regierungspräsidium Schutzgebiete aus. Innerhalb dieser Gebiete sind bestimmte Handlungen und Anlagen, die das Grundwasser gefährden könnten, verboten oder nur beschränkt zugelassen. Die zum Schutz des Grundwassers erforderlichen Ver- und Gebote werden durch das Regierungspräsidium, angepasst an die jeweiligen Besonderheiten des zu schützenden Gebietes und unter Beteiligung von verschiedenen Fachbehörden, Gutachtern, Verbänden und nicht zuletzt der betroffenen Grundstückseigentümer, als Rechtsverordnung festgesetzt. Die Festsetzung von Wasserschutzgebieten hat herausragende Bedeutung als Instrument des vorbeugenden Grundwasserschutzes.

Durch die Festsetzung von Wasser- und Heilquellenschutzgebieten sollen die Bewirtschafter der Flächen zu einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Verhaltensweise angehalten werden. Dies bedeutet z. B. Verzicht auf bodenzerstörende oder abflusswirksame Maßnahmen, Verzicht auf Verwendung wassergefährdender Stoffe und bedarfsgerechte Aufbringung von Nährstoffen für das Pflanzenwachstum.

Die Erneuerung des Grundwassers vollzieht sich je nach Bodenbeschaffenheitüber unterschiedlich lange Zeiträume. Viele Schadstoffe kommen, einmal in den Boden gelangt, erst nach Jahren oder Jahrzehnten, über das Grundwasser wieder zurück in unser Trinkwasser. Die Folge können teure Aufbereitungs- oder Sanierungsmaßnahmen und schlimmstenfalls die Aufgabe einer Gewinnungsanlage sein.

Als flankierende Maßnahme zur Schutzgebietsfestsetzung können sogenannte landwirtschaftliche Kooperationen geschlossen werden. Kooperationen sind privatrechtliche Vereinbarungen zwischen den Trägern der Wasserversorger und den Landwirten im Bereich des Schutzgebiets. Sie verpflichten zum einen die Landwirte zur grundwasserschützenden Bewirtschaftung der Flächen im Schutzgebiet und zum anderen das Wasserversorgungsunternehmen zum finanziellen Ausgleich gegenüber dem Landwirt, damit dieser keine wirtschaftlichen Nachteile für seinen erhöhten Aufwand für den Grundwasserschutz hat. Solche Kooperationen werden vom Regierungspräsidium genehmigt und begleitet.

Die Wasser- und Heilquellenschutzgebiete sowie die dazugehörigen Informationen werden in Hessen mit dem Fachinformationssystem Grund- und Trinkwasserschutz Hessen (GruSchu) der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Kontakt

Tel.: 0561 106 4267
E-Mail: dezernat31-1@rpks.hessen.de

Tel.: 0561 106 2941
E-Mail: dezernat31-2@rpks.hessen.de

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