Der Rüstungsaltstandort Hirschhagen

Der Standort Hessisch Lichtenau – Hirschhagen liegt ca. 20 km südöstlich von Kassel.

Hier befand sich während des 2. Weltkrieges eine der größten Sprengstofffabriken des III. Reiches.

Produziert wurde hauptsächlich der Sprengstoff Trinitrotoluol (TNT). Untergeordnet wurde auch Trinitrophenol (Pikrinsäure) hergestellt sowie weitere Sprengstoffe wie z.B. Hexogen verarbeitet.

Boden und Grundwasser des rd. 230 ha großen Geländes waren durch die Produktion sowie die ungeordnete Demontage nach Kriegsende großflächig mit sprengstofftypischen Schad-stoffen (Nitroaromaten) verunreinigt.

Ende der 1960er Jahre wurden diese erstmals in umliegenden Trinkwasserbrunnen nachgewiesen. Neue Trinkwasservorkommen weit außerhalb des Standortes wurden erschlossen und erste Sofortmaßnahmen (Räumung von Becken) in die Wege geleitet.

Die systematische Erkundung des Standortes zur Ermittlung von Art und Ausmaß der Verunreinigungen begann ab Mitte der 1980er Jahre.

Für ca. 45 % der Fläche wurde Sanierungsbedarf festgestellt. Während die Bodensanierung wegen entsprechender Vorarbeiten zur Schaffung der erforderlichen Sanierungsinfrastruktur erst in 1997 begann, läuft die Grundwassersanierung bereits seit 1989. Die Bodensanierung konnte Ende 2009 abgeschlossen werden. Bis dahin wurden insgesamt rd. 200.000 t schadstoffbelasteter Boden entsorgt.

Für die im Auftrag und mit Finanzmitteln des Landes Hessen betriebene Sanierung wurden bis zum Abschluss der Bodensanierung rd. 105 Mio EUR aufgewendet.

Die Förderung und Rückgewinnung der bereits in das Grundwasser gelangten Schadstoffe (Grundwassersanierung) und damit die Vermeidung einer Ausbreitung über den Grundwasserpfad in die weitere Umgebung (hydraulische Sicherung) wird voraussichtlich noch über Jahrzehnte hinweg fortgesetzt werden müssen.

Die behördliche Überwachung bleibt in der Zuständigkeit des Regierungspräsidiums Kassel.

Kontakt

Gerd Nickel
Tel.: 06621 406 812
E-Mail: gerd.nickel@rpks.hessen.de

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