Bis 2021dürfen jährlich noch maximal 1,5 Mio. Kubikmeter Salzabwasser verpresst werden

Das Regierungspräsidium hat die Erlaubnis der K+S KALI GmbH, Werk Werra zur Versenkung von Prozessabwässern im Plattendolomit bis zum 31.12.2021 letztmalig verlängert. Nach 2021 werde es keine Versenkung von Salzabwässern in den Untergrund mehr geben. Darüber informierte heute Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke.

Das Regierungspräsidium hat die im Erlaubniszeitraum zulässige Versenkmenge auf 1,5 Mio. Kubikmeter pro Jahr und maximal 5.000 Kubikmeter pro Tag festgesetzt. Damit bleibt die Genehmigungsbehörde deutlich hinter dem Antrag der Unternehmerin zurück, die eine jährliche Versenkmenge von 3,9 Mio. Kubikmetern bis zur Inbetriebnahme der KKF und von 2,3 Mio. Kubikmetern ab Inbetriebnahme der KKF und eine tägliche Versenkmenge von 27.000 Kubikmetern vor und 20.000 Kubikmetern nach Inbetriebnahme der KKF beantragt hat. Die Buchstaben KKF stehen für ein Verfahren, das unter anderem die Menge der Salzabwässer deutlich verringert. Zuletzt hatte das Regierungspräsidium am 17. Dezember 2015 die Versenkerlaubnis für ein Jahr verlängert – allerdings mit einer maximalen Versenkmenge von 725 000 Kubikmetern jährlich.

Für eine längerfristige Erlaubnis fehlte bislang eine wichtige Voraussetzung, die das Regierungspräsidium zur Bedingung gemacht hatte: Ein sogenanntes 3D-Modell, das dazu dient, die Auswirkungen der Salzabwasserversenkung in dem rund 1.220 Quadratkilometer umfassenden Modellgebiet zu prognostizieren. Mit seiner Hilfe sollen also Aussagen darüber möglich sein, ob und wenn ja, welche Trinkwassergewinnungsanlagen durch die Verpressung der Produktionsabwässer gefährdet werden könnten. Die bis zum Sommer 2016 vorgestellten Versionen des rechnergestützten Modells hatten sich in den Augen der Gutachter als nicht prognosefähig herausgestellt.

Das 3D-Modell liegt inzwischen kalibriert vor. Die Berechnungen des 3D-Modells stimmen soweit mit den tatsächlichen Messungen überein, dass auch die Prognoseaussagen in die Bewertung der Genehmigungsbehörde mit einfließen können. Auf Grundlage einer Auswertung aller vorliegenden Erkenntnisse, insbesondere der Auswertung des 3-D-Modells, der vorhandenen Messdaten und der daraus abgeleiteten Trendanalyse hinsichtlich der zu erwartenden Chloridkonzentrationen im Grundwasser, konnte darum eine Fortsetzung der Versenkung in dem jetzt geregelten Umfang zugelassen werden.

Die Fortschreibung des Modells und damit die stetige Optimierung sind in der Verlängerung der Erlaubnis festgeschrieben worden. Zudem hat das Regierungspräsidium bei seiner Entscheidung einen Sicherheitsgrenzwert für zwei besonders betrachtete Trinkwassergewinnungsanlagen, TB Ulstertal und TB Meiselsgraben, festgelegt. Er liegt bei 145 Milligramm Chlorid pro Liter. „Sicherheitsgrenzwert“ deshalb, weil der gesetzliche Grenzwert bei 250 Milligramm liegt. Wird dieser Sicherheitsgrenzwert von 145 Milligramm Chlorid pro Litern während des Versenkzeitraums überschritten, ist die Versenkung einzustellen. So soll sichergestellt sein, dass der gesetzliche Grenzwert der beiden Trinkwassergewinnungsanlagen auch nach Ende der Versenkung langfristig nicht überschritten wird.

Der Regierungspräsident betont, dass mit der Entscheidung einerseits dem Trinkwasserschutz Rechnung getragen werde, da mit der gegenüber dem Antrag eingeschränkten Zulassung keine Besorgnis einer schädlichen Grundwasserveränderung eintrete. Andererseits wird dem öffentlichen Interesse der Rohstoffsicherung und insgesamt der regionalen Bedeutung der Kaliindustrie Rechnung getragen.

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