Schwalm (Hessen)

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Schwalm bei Alsfeld

Die Befahrungsregeln für die Schwalm sehen vor:

1.) Private Bootfahrer und Mitglieder von Kanuvereinen können die Schwalm durchgängig befahren. Für Mitglieder vom Kanuverein besteht allerdings eine Kontingentierung von 30 Booten am Tag.

2.) Gewerbliche Anbieter können die Schwalm im Abschnitt vom Ortseingang Treysa bis zur Mündung in die Eder im Rahmen eines vom Regierungspräsidium Kassel zugeteilten Kontingents befahren.

 

Die Schwalm ist mit fast 100 Kilometern Länge und einem Einzugsgebiet von etwa 1000 Quadratkilometern der größte Zufluß der Eder. Sie entspringt südöstlich von Wallenrod in 495 Metern Meereshöhe am Rande des Vogelsberges im Vogelsbergkreis, Regierungsbezirk Gießen (Hessen). Von dort fließt sie Richtung Norden mit größerem Gefälle durch die Gemeinde Schwalmtal und tritt in die weite, offene Alsfelder Mulde ein (265 m ü. NN). Durch das dort geringe Gefälle verlangsamt sich der Fluß erheblich. Von Alsfeld bis Schlierbach fällt sie auf rund 35 Kilometer Länge nur geringfügig von 250 auf 210 Meter Meereshöhe.
Von dort fließt sie weiter nach Norden durch das weite Becken bei Schwalmstadt, der größten Stadt am Gewässer. Hinter Loshausen gabelt sich die Schwalm in die „Alte Schwalm“ und den Mühlgraben, die sich hinter Ziegenhain wieder vereinigen.
Die Schwalm wird im weiteren Verlauf durch den Basaltkegel der Landsburg gezwungen, einen weiten Bogen zu fließen und quert dann den Löwensteiner Grund. Bei Kerstenhausen durchbricht sie den Hessenwald (Mittlerer Buntsandstein) in einem 150 m tiefen Einschnitt.
Mit dem Kellerwald im Westen und dem Knüll im Osten fließt die Schwalm langsam weiter an Borken und Wabern vorbei nach Norden der Eder zu. Zwischen Altenburg und Rhünda mündet sie schließlich bei 158 Metern Meereshöhe in die Eder.

 

Das Gebiet der Schwalm ist durch flache Hänge, weite Talmulden und breiten Terrassenflächen gekennzeichnet, die zum Teil mit einer mächtigen Lößlehmdecke überzogen sind. Insgesamt ist die Schwalm ein relativ ruhiges Gewässer mit einem feinkörnigen Grund. Dies ist auf das geringe Gefälle und auch auf einige Wehranlagen mit Rückstaubildung zurückzuführen.
Kennzeichnend ist ein weitmaschiges Nebengewässernetz. Wiera, Gilsa und Antreff entwässern in die Schwalm, aus dem Kellerwald fließen ihr bei Bischhausen die Gilsa und bei Niederurff die Urff zu. Bei Uttershausen mündet die dann noch die Efze in die Schwalm.

Die Schwalm fließt in einer kulturell und landschaftlich reizvollen Landschaft und eignet sich gut für ein paar erholsame Stunden im Kanu. Gleichzeitig ist der Fluß ökologisch von großer Bedeutung und als Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Schwalm ausgewiesen.
Der Landschaftsschutz dient der Erhaltung und Entwicklung des Talauencharakters der Schwalm mit seiner Funktion als Lebensstätte auentypischer Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensgemeinschaften. Viele der Tiere und Pflanzen können Sie bei einer Kanutour auf der Schwalm erleben. Blühende Teichrosenfelder, lichte Galeriewälder am Ufer, der still in der überhängende Weide sitzende Eisvogel oder die Gebirgsstelze am Ufer sind nur einige Beispiele.

Ein weiteres Schutzziel ist darüber hinaus die Erhaltung und Entwicklung einer naturverträglichen Erholung. Damit ist auch der naturverträglich ausgeübte Wassersport und Wassertourismus gemeint. Naturverträglich heißt, dass der Kanufahrer aus Rücksicht auf die dort lebenden Tiere und Pflanzen einige Regeln beachten soll:

Um das Gewässer nicht zu überlasten, sind tägliche Höchstzahlen an Booten vorgegeben. Befahren können Sie die Schwalm ab Treysa bis zur Mündung in die Eder in der Zeit von 9.00 bis 19.30 Uhr.
Der Oberlauf sowie die einmündenden Bäche und die Altarme dürfen grundsätzlich nicht befahren werden. Sie sind Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen und im Regelfall auch nicht für ein Befahren mit Kanus geeignet.

Um diese Vorgaben umzusetzen, ist das Boot fahren nach der Schutzgebietsverordnung nur mit Genehmigung gestattet.
Näheres können Sie in der Landschaftsschutzgebietsverordnung Auenverbund Schwalm sowie in der Allgemeinverfügung dazu nachlesen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Nutzung und der Ökologie der Schwalm ist davon auszugehen, dass unter Beachtung der Vorgaben eine nachhaltige Nutzung des Gewässers mit Sportbooten möglich bleibt und gleichzeitig eine erhebliche Belastungen des Gewässersystems mit den daran gebundenen Lebensgemeinschaften vermieden werden kann. So bleibt die Fahrt auf der Schwalm ein besonderes Erlebnis im Einklang mit der Natur.

 

Streckenabschnitt: Trysa - Bischhausen
Länge: 26 km
Paddeldauer:

 

Streckenabschnitt: Bischhausen - Gombeth
Länge: 25 km
Paddeldauer:

 

Streckenabschnitt: Gombeth bis zur Mündung in die Eder
Länge: 27 km
Paddeldauer:

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