Eder (Hessen)

Für die Eder gelten ab Oktober 2007 neue Befahrensregeln für Kanuten.

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Eder (Hessen)

Der Oberlauf der Eder ist in folgenden Abschnitten gesperrt:

  • von der Landesgrenze zu Nordrhein Westfalen bei Hatzfeld bis zur Edersee-Brücke in Kirchlotheim
  • der Strusenabschnitt von der Edersee-Staumauer bis zur Ederbrücke bei Affoldern

Zwischen Affoldern und der Mündung in die Fulda darf in der Zeit vom 1. November bis 30. April eines jeden Jahres nicht gefahren werden.

Die Nutzung durch gewerbliche Anbieter und Mitglieder des Kanuverbandes ist kontingentiert.

Die Eder ist der bedeutendste linke Nebenfluss der Fulda. Sie entspringt im Südosten Nordrhein Westfalens im Rothaargebirge am Ederkopf auf etwa 620 Meter Meereshöhe und überwindet auf den 177 Kilometern bis zur Mündung in die Fulda bei Edermünde-Grifte (Nordhessen) 480 Höhenmeter. Sie hat ein Einzugsgebiet von rund 3360 Quadratkilometer.
Die Eder ist ein lebhafter Mittelgebirgsfluss. Durch die geringe Speicherfähigkeit des Schiefergesteins und das niederschlagsreiche Einzugsgebiet ist eine stark schwankende Wasserführung typisch.
Die Bachläufe und die Eder selbst sind teilweise tief eingeschnitten. Geologisch besteht eine wiederholte Aufeinanderfolge unterschiedlich erosionsanfälliger Gesteine (Grauwacke, Ton- und Kieselschiefer, Schiefer). Die Böden sind vorwiegend flachgründig, basenarm und steinig. Der Flussverlauf der Eder wurde schon im Jungtertiär angelegt und hat sich seitdem (bis auf den Ederstau) kaum verändert.

Der Ederlauf kann in drei Abschnitte aufgeteilt werden:

Der Oberlauf im Rothaargebirge mit dem Wittgensteiner Land über Hatzfeld, Battenberg und Frankenberg bis zum Kellerwald mit überwiegend bewaldeten, oft steilen Talflanken und reichlicher Geschiebeführung im Gewässer. Die wichtigsten Zuläufe aus dem Norden sind Nuhne, Orke, Aar und Itter. Die Eder weist hier kräftig eingesenkte Flußschlingen auf.

Der Edersee (den die Eder durchfließt) ab Herzhausen (Vöhl), vorbei am Nationalpark Kellerwald-Edersee und Schloß Waldeck bis zur Staumauer bei Hemfurth, mit 27 Kilometern Länge einer der größten Stauseen in Europa. Der Ederstausee wurde zwischen 1908 und 1914 zur Niedrigwasserregulierung der Weserschifffahrt erbaut.

Der Unterlauf von Affoldern zur Hessischen Pforte, vorbei an der Domstadt Fritzlar bis zur Mündung bei Edermünde wenige Kilometer südlich von Kassel. Die wesentlichen Zuflüsse der Eder sind hier die Werbe, die Netze, sowie von Süden die Wese und die Wilde. Die Täler besitzen hier einen ebenen Talboden und sind fast stets im oberen Teil mit Hochflutlehm gefüllt. Die heutige Talbreite beträgt max. 1,5 km. Die Wasserführung der Bäche ist entscheidend vom Jahresgang der Niederschläge abhängig. In Höhe von Ungedanken fließt die Eder zwischen dem Buntsandsteingebiet des Alten Waldes im Norden und dem Hessenwald im Süden durch eine Talverengung. Nach Osten führt der Flussverlauf durch die sich weitende Ederaue in mehreren Schleifen. Der Unterlauf der Eder zeichnet sich durch weiträumige Auenbereiche aus, die früher zweifellos von breiten Auenwäldern eingenommen waren.
An der Mündung der Schwalm in die Eder befindet sich ein weiträumiges, klimatisch mildes und trockenes Becken. Zwischen Fritzlar und Homberg bietet die offene Senke das einheitliche Bild einer von breiten Flussniederungen durchzogenen Bördelandschaft. Die unter den Auenböden anstehenden mächtigen Schotter werden an verschiedenen Stellen (beispielsweise Felsberg und Wabern) ausgekiest, so dass sich eine große Anzahl von Baggerseen in der Aue befinden. Der Unterlauf der Eder mündet bei Edermünde in die Fulda.

Die Eder fließt in einer kulturell und landschaftlich reizvollen Landschaft und eignet sich im Bereich des Edersees und im Unterlauf gut für ein paar erholsame Stunden im Kanu. Gleichzeitig ist der Fluss ökologisch von sehr großer Bedeutung und als Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Schwalm ausgewiesen. Viele Strecken sind auf Grund ihrer besonderen Bedeutung sogar als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Der Landschaftsschutz dient der Erhaltung und Entwicklung des Talauencharakters der Eder mit seiner Funktion als Lebensstätte auentypischer Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensgemeinschaften. Viele der Tiere und Pflanzen können Sie bei einer Kanutour auf der unteren Eder erleben. Flutende Wasserpflanzenteppiche, lichte Auenwälder am Ufer, der still in der überhängende Weide sitzende Eisvogel oder die Gänsesäger sind nur einige Beispiele.
Ein weiteres Schutzziel ist darüber hinaus die Erhaltung und Entwicklung einer naturverträglichen Erholung. Damit ist auch der naturverträglich ausgeübte Wassersport und Wassertourismus gemeint. Naturverträglich heißt, dass der Kanufahrer aus Rücksicht auf die dort lebenden Tiere und Pflanzen einige Regeln beachten soll:

Um das Gewässer nicht zu überlasten, sind nur Teilstrecken der Eder für Kanufahrten zugelassen. Der Gewässerabschnitt der Eder zwischen der Landesgrenze Hessen/Nordrhein Westfalen und dem Edersee weist eine äußerst hochwertige und störanfällige Tierwelt auf. In Verbindung mit niedrigen Wasserständen im Sommer ist dieser Abschnitt nicht mit Sportbooten zu befahren. Er dient als Rückzugsraum störanfälliger Tierarten.

Auf der unteren Eder befindet sich ein hessisches Schwerpunktgebiet für rastende und überwinternde Vogelarten. Auch dieser Punkt ist im Rahmen einer naturverträglichen Nutzung mit Sportbooten zu berücksichtigen.

Auf den befahrbaren Strecken werden tägliche Höchstzahlen an Booten vorgegeben. Befahren können Sie die Eder ab Affoldern bis zur Mündung in die Fulda in der Zeit von 9.00 bis 19.30 Uhr.
Näheres können Sie in der Landschaftsschutzgebietsverordnung Auenverbund Eder sowie in der Allgemeinverfügung dazu nachlesen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Nutzung und der Ökologie der Eder ist davon auszugehen, dass unter Beachtung der Vorgaben eine nachhaltige Nutzung des Gewässers mit Sportbooten möglich bleibt und gleichzeitig eine erhebliche Belastungen des Gewässersystems mit den daran gebundenen Lebensgemeinschaften vermieden werden kann. So bleibt die Fahrt auf der Eder ein besonderes Erlebnis im Einklang mit der Natur.

Streckenabschnitt: Affoldern – Fritzlar
Länge: 19 km
Paddeldauer:

Streckenabschnitt: Fritzlar - Altenbrunslar
Länge: 25 km
Paddeldauer:

Streckenabschnitt: Altenbrunslar - Grifte (Mündung in die Fulda)
Länge: 10 km
Paddeldauer:

Streckenabschnitt: Hatzfeld (Landesgrenze NRW/Hessen) - Kirchlotheim (Ederbrücke)
Länge:
Paddeldauer:

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