Sport und Naturschutz

Das Regierungspräsidium Kassel informiert Sie über die Wassersportmöglichkeiten der nordhessischen Gewässer (Kanusport auf der Diemel, Eder, Fulda, Schwalm, Werra und Weser) und stellt einige Informationen über Geocaching bereit.

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Sport und Naturschutz

Kanusport

Wassersport in nordhessischen Gewässern

Diese Webseite informiert Sie über die Wassersportmöglichkeiten der nordhessischen Gewässer.
Bitte beachten Sie, dass aus Gründen des Naturschutzes das Befahren der Flüsse teilweise eingeschränkt ist und informieren Sie sich vor der Fahrt über die jeweilige Strecke. Einige Strecken sind kontingentiert. Dort müssen Sie sich vor einer Befahrung anmelden.
Wir wünschen Ihnen viel Freude und freuen uns auf Ihren Besuch.

Mehr Informationen über die Gewässer finden Sie hier...

 

Geocaching

Geocaching erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Beim Anlegen und Suchen von Caches abseits von Wegen kann es jedoch durch unvorsichtiges Verhalten zu Schäden in Lebensräumen der Tier –und Pflanzenwelt kommen.
Wichtige Hinweise für ein naturverträgliches Geocaching finden Sie in dem Flyer auf dieser Seite unter Downloads.

 

Naturschutz im Fließgewässer

Fließgewässer haben eine herausragende Funktion für den Arten- und Biotopschutz sowie als lineare Verbindungselemente von Lebensräumen. Darüber hinaus sind sie vielfach prägendes Element in der Landschaft. Die befahrbaren Fließgewässer sind in Nordhessen ausnahmslos als Landschaftsschutzgebiete und teilweise auch als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Darüber hinaus sind die Auen im Netzwerk NATURA 2000 als Vogelschutzgebiete und Flora-Fauna-Habitat-Gebiete gegenüber der EU gemeldet, um die Biodiversität in Europa zu erhalten.
Viele Vögel haben große Fluchtdistanzen und regelmäßige Beunruhigungen können die Arten verdrängen. Von Frühjahr bis Sommer finden Balz, Nistplatzsuche, Gelege und Jungenaufzucht statt. In dieser Zeit können bereits einzelne Störungen empfindliche Auswirkungen auf den Reproduktionserfolg und somit die Arterhaltung haben. Im Herbst und Winter versammeln sich Schwärme überwinternder oder durchziehender Vogelarten auf eisfreien Gewässern, die dann ebenfalls sehr empfindlich auf Beunruhigungen reagieren.
Die Laichzeit vieler Fischarten liegt im Winter. Eier und Jungfische können an flachen Gewässerstellen durch eine Nutzung der Gewässer ungewollt beeinträchtigt werden.

 

Folgende Tierarten wurden zur Bewertung der Sensibilität einzelner Flußabschnitte repräsentativ erfaßt:

  • Vögel: Flußuferläufer, Flußregenpfeiffer, Eisvogel, Wasseramsel, Fischadler und Schwarzstorch
  • Fische: Äsche, Bachforelle, Elritze, Lachs, Bachneunauge, Barbe, Schneider
  • Säuger: Biber, Fischotter
  • Weitere: Kleine Zangenlibelle, Muscheln, u.a.

In Abhängigkeit von den nachgewiesenen Arten sind für die Gewässerabschnitte unterschiedliche Regelungen erforderlich, um Beeinträchtigungen zu vermeiden bzw. zu vermindern.

 

Flora & Fauna

Flora und Fauna

Barbe:
Zu finden an der Diemel, Eder (Hessen)

 

Eisvogel:
Der "fliegende Edelstein" macht sich oft durch einen scharfen Pfiff bemerkbar, bevor man ihn sicht.
Zu finden an der Diemel

 

Flutende Unterwasservegetation
Ab Juni überziehen weißblühende Teppiche von Schwimmendem Hahnenfuß Teile der Eder.
Zu finden an der Eder (Hessen)

 

Lachs
zu finden an der Diemel

 

Straußfarn

 

Arbeitskreis

Seit 1998 ist beim Regierungspräsidium Kassel als Oberer Naturschutzbehörde ein Arbeitskreis eingesetzt, der sich mit dem Thema Wassersport und Naturschutz befasst.
Der Arbeitskreis agiert überregional und setzt sich aus Vertretern von Kanusport (Landessportbund / Hess. Kanuverband), Gewerblicher Kanuvermietung (Bundesverband Kanutouristik), Landwirtschaft, Fischerei, Tourismus (Touristikzentrale), Naturschutzverbänden (NABU/BUND) und Behörden (Wasserbehörden, Kommunen, Naturschutzbehörden) zusammen.
Von den Mitgliedern des Arbeitskreises wurden Daten für die nordhessischen Fließgewässer gesammelt und zentral ausgewertet. Insbesondere wurde die Nutzung durch Kanusportler und gewerbliche Kanutouristen, die Biotop- und Artenausstattung, Schutzgebiete sowie die vorhandene Infrastruktur erfaßt. Basierend auf diesen Daten wurden die Flüsse abschnittsweise in unterschiedliche Kategorien eingeteilt und erforderliche Regelungen zu deren naturverträglicher und nachhaltiger Nutzung aufgestellt.
Weitere Aufgabe des Arbeitskreises ist es, die getroffenen Regelungen zu begleiten und erforderliche Modifikationen zu erarbeiten.

 

Konzept Wassersport im Einklang mit der Natur

 

Mit zunehmender Freizeit und gegebenem Wohlstand steigt der Anspruch auf eine individuelle Freizeitgestaltung in der Natur. Natursportarten, darunter auch wassergebundene Aktivitäten, liegen hoch im Trend.
Diese Entwicklung ist zu begrüßen, da sie einen direkten Umgang mit der Natur und damit eine Identifikation mit sowie ein Interesse für unsere Umwelt fördert. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass durch regionale Übernutzung Konflikte initiiert werden. Der Raum in der Natur ist begrenzt und auf diesem knappen Raum treten zwischen unterschiedlichen Nutzungen Verdrängungseffekte auf. Konkurrierende Interessen können z.B. im Bereich Tourismus, Kanusport, Landwirtschaft, Fischerei und Naturschutz bestehen.

Insbesondere die steigende Zahl gewerblich vermieteter Boote hat in der Vergangenheit zu Problemen geführt. Gleichzeitig werden aus dem Bereich der Verleiher und Kanusportler immer wieder Regelungen an einzelnen Flußabschnitten als zu weitgehend oder aufgrund der unterschiedlichen Vorgaben als unpraktikabel hingestellt.

Deshalb wird der Versuch unternommen, die Gesamtsituation für den Bereich Wassersport und Naturschutz im Bereich des Regierungspräsidiums Kassel zu erfassen und zu bewerten. Dabei werden die Belange der Wassersportler dem Schutzgrund und Schutzbedarf der Gewässer und ihrem Umfeld gegenübergestellt.

Ziel ist eine möglichst einvernehmliche Lösung vorhandener oder die Vermeidung zukünftiger Konflikte mit fachlich klar begründeten Reglementierungen, die einerseits den Sport weiterhin ermöglichen und gleichzeitig einen dringend notwendigen Schutz der Flüsse und der damit verbundenen Lebensräume und Arten sicherstellen.

Kontakt

Reinhard Rust
Tel.: 0561 106 4571
Fax: 0561 106 1691
E-Mail: reinhard.rust@rpks.hessen.de