Parkwald im Malchustal (ca. 100 ha)

Für geplante Eingriffe in Natur und Landschaft ist das Unternehmen K+S Minerals and Agriculture GmbH nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen verpflichtet.

In der Gemeinde Ludwigsau nahe Rotenburg an der Fulda wird auf den Grundstücken der Familie von und zu Gilsa das Projekt „Parkwald im Malchustal“ durchgeführt. Damit erfolgt die naturschutzrechtliche Kompensation verschiedener Infrastrukturmaßnahmen der K + S Minerals and Agriculture GmbH, wie z. B. die Erweiterung von Abraumhalden oder der Bau von Salzwasser-Stapelbecken. Die Vereinbarung zwischen Unternehmen und Waldbesitzer wurde im Oktober 2014 geschlossen.
Die Erhaltung und Entwicklung einer Wald- und offenen Kulturlandschaft mit teilweise historischen Nutzungsformen, welche einer unterschiedlichen Nutzungsintensität unterliegen, ist Ziel der auf 50 Jahre ausgelegten Kooperation.

Übersicht Projektgebiet

Ursprünglich wurde das Malchustal über eine lange Zeit hinweg als Hutewald genutzt. Bei dieser Art der Nutzung werden Nutztiere in den Wald getrieben, um sie dort weiden zu lassen. Durch die Verwendung des Waldes als Weidefläche wurden den dortigen Böden die Nährstoffe entzogen, wodurch magere Standorte mit artenreichen und einzigartigen Lebensgemeinschaften entstanden. Auch blieben Bereiche innerhalb des Waldes licht, da die jung aufwachsenden Bäume von den Nutztieren abgefressen wurden.

Auf den Flächen des Projektgebiets gingen die historisch gewachsenen und naturschutzfachlich bedeutenden heterogenen Landschaftsstrukturen durch natürliche Bewaldung in Verbindung mit forstwirtschaftlichen Maßnahmen sowie Nutzungsveränderungen, insbesondere durch die Aufgabe der extensiven Weidewirtschaft, in den vergangenen Jahrzehnten verloren. Dieser Wandel war seit Ende des 19. Jahrhunderts zu verzeichnen. Die Nutzungsintensität auf den Waldweiden ließ zunehmend nach und die letzte Schafherde wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs auf die Flächen getrieben.

Das Maßnahmenkonzept umfasst die zielgerichtete (Rück-)Entwicklung des Malchustals sowie westlich von Schloss Ludwigseck liegender Wald- und Offenlandflächen durch die Wiedereinführung einer extensiven Beweidung sowie durch die Entnahme von Gehölzen und die damit einhergehende Auflichtung des Gehölzbestands auf rund 100 ha Fläche.

Malchustal Ludwickseck

Auf ca. 80 ha Waldfläche wird durch Wiedereinführung der historischen Nutzung (extensive Beweidung/ Nutzung als Weidewald) ein Parkwald wiederhergestellt bzw. neu entwickelt. Rund 20 ha landwirtschaftlich genutzte Flächen dienen der Ergänzung des Parkwaldes und wurden in eine Hutung umgewandelt.

Kühe im Parkwald
Kühe im Parkwald

Durch die Umsetzung des Maßnahmenkonzepts werden die historischen Strukturen wiederhergestellt und landschaftsästhetische Aspekte wiedererlebbar. Auch die im Parkwald belassenen Altbäume tragen zur ästhetischen Aufwertung bei. Außerdem besitzen diese auch einen naturschutzfachlichen Wert. Sie bieten Nistmöglichkeiten für Höhlenbrüter und Quartiere für Fledermäuse. Auch zahlreiche alt- und totholzbewohnende Insekten finden auf den alten Baumindividuen ihren Lebensraum. Auf den lichten Bereichen innerhalb des Parkwaldes entwickelt sich eine ausgeprägte und artenreiche Krautschicht, welche maßgeblichen zur Steigerung der Diversität innerhalb des Parkwaldes beiträgt. Weiterhin profitieren im Parkwald ehemals weit verbreitete aber heute selten gewordene Arten (z. B. der Waldlaubsänger), die lichte Waldsituationen benötigen.

Waldlaubsänger
Waldlaubsänger

Bei Fragen zu diesem und/oder weiteren im Zuge von Eingriffen in Natur und Landschaft in Zusammenarbeit mit uns umgesetzten Projekten melden Sie sich gerne bei uns.

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