Was ist Lichtverschmutzung?

Alles Leben auf der Erde unterliegt dem Rhythmus von Tag und Nacht und hat sich daran angepasst. Das gilt in der Hightech-Welt genauso wie zu vorgeschichtlichen Zeiten.

Alle Lebewesen sind auf den regelmäßigen Wechsel von hell und dunkel mit seinen natürlichen Lichtstärken angewiesen. Nach diesem Rhythmus hat sich die „Innere Uhr“ entwickelt. Bei den meisten Lebewesen steuert sie den Tag-Nacht- und Biorhythmus, dessen wichtigster Zeitgeber die natürliche Helligkeit am Tag und Dunkelheit in der Nacht ist. (Für die Entdeckung dieser Mechanismen beim Menschen wurde 2017 sogar der Medizinnobelpreis verliehen.)

Die Nacht ist nicht nur die „Schattenseite“ des Tages, sondern dessen gleichwertige Ergänzung. Sie hat ihre eigene Bedeutung für die vernetzten biologischen Rhythmen. Dieses lebensbestimmende Wechselspiel zwischen hell und dunkel gerät zunehmend aus dem Takt.

Die Nacht zum Tage gemacht

Als unsere Vorfahren Wege fanden, die Nacht zu erhellen, war dies für sie ein großer Fortschritt. Licht schenkte Geborgenheit und erlaubte es ihnen, sich im Dunkeln zu orientieren. Immer helleres Licht erzeugen zu können, ist eine technische Leistung. Doch inzwischen übertreiben wir es. Nacht für Nacht strahlen auf der Erde mehr Lichtquellen als nötig. Langsam wird uns bewusst: Zu viel Licht schadet. Es belastet die Umwelt und stresst die wildlebenden Tiere. Der Begriff „Lichtverschmutzung“ (light pollution) bringt das zum Ausdruck. Gemeint ist damit die unverhältnismäßige Erhellung der Nacht durch künstliches Licht. Unter den Begriff Lichtverschmutzung fallen ebenso Phänomene wie Blendung, Beeinträchtigung der Nachbarn oder die negative Veränderung des nächtlichen Orts- und Landschaftsbilds sowie auch Energieverschwendung.

Zu viel des Guten?

Besonders in dicht besiedelten Gebieten lässt das nachts aus unzähligen Quellen abgegebene Licht sogenannte Lichtglocken entstehen, die über viele Kilometer zu sehen sind und oft horizontal die Vegetation anstrahlen. Je feuchter die Luft, zum Beispiel bei Nebel, desto stärker die Wirkung dieses Lichtsmogs.

Was ist Lichtverschmutzung?

Zu der jedes Jahr zunehmenden Lichtverschmutzung tragen viele bei: Kommunen mit ihrer Straßenbeleuchtung sowie Gewerbe und Industrie, indem sie Gebäude und Firmenareale überdimensioniert hell beleuchten oder Werbung in Szene setzen. Doch auch Privatgrundstücke haben ihren Anteil an der Lichtverschmutzung – mit steigender Tendenz, da Kunstlicht dank neuer LED-Technologien sehr günstig geworden ist. Um diesen einfach zu verringernden privaten Beitrag zur Lichtverschmutzung geht es hier.

Was ist Lichtverschmutzung?
Diese Aufnahme macht deutlich, wie ungerichtetes Licht aus den Randbezirken eines urbanen Gebietes an den Wolken reflektiert und weit in den Naturraum hinein gestreut wird.

Hessen-Suche