Licht braucht Lenkung – Praktische Tipps

Bis vor wenigen Jahren haben Haus- und Grundstücksbesitzer eher wenig Licht im Außenbereich um das Haus eingesetzt, da die Erzeugung von Licht noch mit einem hohen Stromverbrauch einherging. Seit billige LED-Beleuchtung auf dem Markt ist, sorgt immer mehr Kunstlicht um Häuser und in Gärten in der Nacht für einen hohen Lichteintrag.

So gibt es auf Privatgrundstücken zahllose unnötig blendende Lichtquellen. Das summiert sich und trägt zur Lichtverschmutzung bei. Dabei sind gerade die Privatgärten für viele Tierarten wichtige Lebens- und Rückzugsräume.
Insofern haben Haus- und Grundstücksbesitzer auch eine hohe Verantwortung, gerade in Zeiten des Insektensterbens. Auch im Sinne einer guten Nachbarschaft sollte Kunstlicht immer rücksichtsvoll geplant sein.

Licht braucht Lenkung – Praktische Tipps

So machen Sie es richtig

Einfahrt, Haustür, Hof

Eine angemessene Außenbeleuchtung ist sinnvoll, vor allem dort, wo man stolpern kann. Sie müssen es nur richtig machen.

Zentral ist die Abblendung. Die Leuchte soll so angebracht und abgeschirmt sein, dass ihr Licht nur auf den Boden fällt. Leuchtkörper, die in alle Richtungen abstrahlen, leisten das nicht.

Wenn Sie dann noch auf eine warme Lichtfarbe achten, die Lichtstrommenge nicht zu hoch wählen und Ihr Außenlicht bedarfsgerecht schalten, leisten Sie auf Ihrem Grundstück einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Nacht und für den Artenschutz.

Licht braucht Lenkung – Praktische Tipps

Garten und Terrasse

Dauerlicht hat hier nichts zu suchen. Privatgärten sind Rückzugsgebiete für viele Arten. Licht stört sie. Verzichten Sie deshalb auf die „dekorative“ Beleuchtung von Buschgruppen, Bäumen und Teichen. Unerwünscht ist auch das Licht der „trendigen“ in den Boden gesteckten billigen Solarleuchten. Die von ihnen erzeugte hohe Beleuchtungsstärke auf dem Boden stört die Bodenlebewesen. Zudem werden die Akkus täglich geladen und entladen, so dass sie oft schon nach einem Jahr defekt sind und die Leuchten als Sondermüll entsorgt werden müssen.

Wollen Sie Gartenwege oder Treppen beleuchten, achten Sie auch hier auf abgeblendete Leuchten, deren Schein nur auf den Boden fällt. Installieren Sie gut eingestellte Bewegungsmelder oder besser noch Schalter, so dass der Garten in der Regel dunkel bleibt. Denn helles Dauerlicht macht Grünbereiche nachts für Insekten zur tödlichen Falle.

Fünf goldene Regeln für nachhaltige Außenbeleuchtung

  • Hinterfragen Sie die Notwendigkeit der Leuchte!
    Wird sie wirklich gebraucht, etwa zu Markierung von Stufen? Oder ist die Leuchte reine Effektbeleuchtung oder Dekoration?
  • Richten Sie das Licht nach unten!
    Licht soll nur auf die Nutzfläche fallen, also dahin, wo es tatsächlich gebraucht wird. Es darf nicht einfach in die Gegend oder gen Himmel strahlen.
  • Wählen Sie eine warme Lichtfarbe!​​​​​​
    Das Licht soll warmweiß sein, mit einer Farbtemperatur von max. 2.700 Kelvin (steht auf der Verpackung). Je mehr Kelvin, desto höher der unerwünschte Blauanteil.
  • Begrenzen Sie die Lichtmenge!
    Die „Lichtstrommenge“ (auf der Packung angegeben) sollte möglichst niedrig sein. Das spart auch Stromkosten. Orientierung: ca. 300 bis 500 Lumen (lm).
  • Achten Sie auf eine intelligente Schaltung!
    Präzise eingestellte Bewegungsmelder aktivieren die Leuchte nur bei Bedarf. Oder Sie schalten Ihre Außenbeleuchtung spätabends einfach aus.

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