Das Nachsuchenwesen in Hessen

Was ist Nachsuche und Anerkennungsverfahren für Nachsuchen

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Nachsuche

Was ist Nachsuche?

Unter Nachsuche versteht man das Suchen, Aufspüren und gegebenenfalls Erlegen von verletztem oder bereits totem Wild bei einer Jagd oder einem Wildunfall mit Hilfe eines zugelassenen und geprüften Jagdhundes.
Tiere, die durch einen Wildunfall oder einen Streifschuss schwer, aber nicht tödlich verletzt wurden, gilt es im Sinne der Waidgerechtigkeit und des Tierschutzes schnellstmöglich zu erlegen um dem Wildtier unnötiges Leiden und weitere Qualen zu ersparen.
Das Nachsuchenwesen nimmt bei der Jagdausübung also einen wesentlichen Stellenwert ein. Aber auch unser aller jagdethisches Verständnis hinsichtlich der Waidgerechtigkeit ist stets Grundlage für unser Handeln im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit Natur und Kreatur.
Das Nachsuchenwesen in Hessen ist vorbildlich organisiert und rechtlich so verankert, dass dem kranken oder verletzten Tier ohne bürokratische Hindernisse schnell Hilfe zu teil werden kann.

Dies spiegelt sich unter anderem in der Neuregelung des § 27 des Hessischen Jagdgesetzes von 2011 wieder: Nachsuchen können seitdem ohne Voranmeldung bei den betroffenen Jagdausübungsberechtigten und damit ohne Zeitverzögerung auf praktikable Weise und im Sinne der Waidgerechtigkeit und des Tierschutzes durchgeführt werden. Der Gesetzgeber trägt damit u.a. der Erkenntnis Rechnung, dass Schalenwild (Rot-, Dam-, Muffel-, Schwarz- und Rehwild) bei Schussverletzungen oft sehr weite Strecken durch mehrere Reviere zurücklegt. Für Nachsuchengespanne waren zuvor an den Reviergrenzen oft zeitraubende Rückfragen und Verzögerungen erforderlich. Dadurch wurde verletztes Wild oft nur schwer oder gar nicht gefunden.
Die Landesvereinigungen der Jägerinnen und Jäger haben Bestimmungen erarbeitet, die die oberste Jagdbehörde mit Erlass vom 22.10.2013 genehmigt hat. (Siehe Downloadbereich)

Nach Statistiken des Deutschen Jagdschutzverbandes kommt es jährlich in Deutschland zu etwa 230.000 Wildunfällen!

Nach der Änderung des Hessischen Jagdgesetzes im Jahre 2011 wurde das Nachsuchenwesen in Hessen also neu geregelt, insbesondere in § 27 Abs. 6 HJagdG.

Seit November 2013 erkennt die dafür zuständige Obere Jagdbehörde in Kassel Schweißhundgespanne an, die einschließlich einer Begleitperson mit Hund und unter Mitführung von Schusswaffen unabhängig der Grenzen von Jagdbezirken oder Hegegemeinschaften in Hessen Nachsuchen auf Schalenwild ohne Voranmeldung bzw. vorherige Genehmigung der Jagdausübungsberechtigten, in deren Jagdbezirk das kranke Stück Schalenwild eingewechselt ist, durchführen dürfen. Der tierschutzgerechten Nachsuche kann in der Praxis nun besser und vor allem schneller als bisher nachgekommen werden.

Aus diesem Grund werden Hundeführer/innen mit ihrem –sogenannten- Schweißhund von der Oberen Jagdbehörde als jagdbezirks- und hegegemeinschaftsübergreifendes Nachsuchengespann anerkannt, sofern sie die gegebenen Voraussetzungen erfüllen.

Dank und Bitte an die bestehenden Nachsuchengespanne:

Den mittlerweile rund 270 anerkannten Nachsuchengespannen sei in diesem Zusammenhang der Dank der Jägerschaft für ihren unermüdlichen, diskreten und ehrenamtlichen Einsatz zum Wohle des Tierschutzes und der Waidgerechtigkeit ausgesprochen.

Die Obere Jagdbehörde im Regierungspräsidium Kassel ist als Anerkennungsbehörde allerdings auf die Mithilfe der bereits anerkannten Gespanne bei der Aktualisierung der hinterlegten Daten angewiesen.

Wir bitten Sie daher um zeitnahe Mitteilung von Änderungen bezüglich ihrer persönlichen und hundebezogenen Daten. (Siehe Downloadbereich)

Anerkennungsverfahren für Jagdbezirks- und Hegegemeinschaftsübergreifende Nachsuchen

Hundeführer

Gemäß § 27 Abs. 6 Satz 2 können sich Schweißhundegespanne von der oberen Jagdbehörde für Jagdbezirks- und Hegegemeinschaftsübergreifende Nachsuchen anerkennen lassen:
Liegen die erforderlichen Voraussetzungen gemäß den Bestimmungen (siehe Downloads) vor und haben sie die erforderlichen Unterlagen (siehe Downloads) hierfür bei uns eingereicht, wird ihrem Antrag meist innerhalb von 2 bis 3 Wochen stattgegeben und sie werden in einer öffentlich einsehbaren Liste auf dieser Seite veröffentlicht. (siehe Downloads)
Einzureichende Unterlagen (siehe Downloadbereich).

Für Ihre Anerkennung reichen sie bitte nachfolgend zum Download bereitgestellte Antragsunterlagen bei uns –am besten digital per pdf oder JPG unter der unten angegebenen Mailadresse (Kontakt) ein.

  • schriftlicher oder elektronischer formloser Antrag (siehe Downloads)
  • Kopie des gültigen Jagdscheins (Gültigkeit, Jagdschein-Nr. und ausstellende Behörde sind erkennbar)
  • Unterschriebene Einwilligung nach DSGVO (siehe Downloads)
  • Kopie der Ahnentafel des Schweißhundes (sämtliche Seiten)
  • Kopie des Prüfungszeugnisses über eine bestandene Verbandsschweißprüfung oder Verbandsfährtenschuhprüfung im Sinne der Bestimmungen (sihe Downloads) einreichen 
  • ggf. Lautnachweis (sofern nicht Teil der Prüfung, aus Ahnentafel oder Prüfungszeugnis erkennbar)
  • ggf. Nachweis über die Schussfestigkeit (sofern nicht Teil der Prüfung, aus Ahnentafel oder Prüfungszeugnis erkennbar)

Bezüglich einer Anerkennung für jagdbezirksübergreifende Nachsuchengespanne innerhalb einer Hegegemeinschaft wenden sich bitte an die für sie zuständige untere Jagdbehörde (UJB).

Kontakt

Anke Dahlheimer
Tel.: 0561 106 4114
E-Mail: anke.dahlheimer@rpks.hessen.de

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