Verdachtsmeldungen

Wenn Gelder aus schweren Straftaten in den legalen Wirtschaftskreislauf eingebracht werden, nennt man dies „Geldwäsche“. Dabei wird versucht, die Spur des illegalen Geldes durch vielfältige und zahlreiche Aktionen im In- und Ausland zu verwischen, bis irgendwann letztlich auch „Nutzen“ aus der Straftat gezogen wird, indem sich der Straftäter, ggf. auch über sogenannte Mittelsmänner, z. B. Luxusartikel oder Immobilien kauft oder Geld anderweitig anlegt. Haben Sie Anhaltspunkte dafür, dass Vermögenswerte eine illegale oder kriminelle Herkunft haben (es sich also um „schmutziges Geld“ handelt) oder stehen die Vermögenswerte im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung oder hat der Vertragspartner Ihnen gegenüber nicht offengelegt, ob er für einen wirtschaftlich Berechtigten handelt, so sind Sie verpflichtet, diesen Sachverhalt unverzüglich der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen „Financial Intelligence Unit“ (www.fiu.bund.de) zu melden.
Wichtig: Die Meldepflicht gilt unabhängig von der Höhe des Geschäfts (bei Güterhändlern also auch bei Unterschreitung des Schwellenwertes von 10.000 €) und der Zahlungsart (bar oder unbar).

Wie können Sie Verdachtsfälle in der Praxis erkennen?
Liegt aufgrund Ihrer allgemeinen und beruflichen Erfahrungen ein ungewöhnlicher oder sogar auffälliger Sachverhalt vor, bei dem die Möglichkeit von Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung nicht ausgeschlossen werden kann, so ist die entsprechende Meldung an die FIU zu machen.
Es ist nicht Ihre Aufgabe zu prüfen, ob möglicher Weise eine Straftat vorliegt.
Hier finden Sie Beispiele für Verdachtsmomente.

Wie erstatten Sie eine Geldwäscheverdachtsmeldung?
Geldwäsche-Verdachtsmeldungen nach §§ 43 ff. GwG sind der FIU grundsätzlich in elektronischer Form zu übermitteln. Für die elektronische Übermittlung steht Ihnen das MeldePortal goAML (goAML Web Portal) zur Verfügung.
Nur ausnahmsweise ist eine Übermittlung per Fax zulässig (siehe unten).

Registrierung
Vor der Abgabe von Verdachtsmeldungen ist eine einmalige Registrierung über das Web-Portal goAML erforderlich. Nach bestätigter Registrierung und Übersendung der Nutzerdaten durch die FIU ist der Zugang zum Meldeportal und zur Abgabe von Verdachtsmeldungen eröffnet.

Abgabe von Verdachtsmeldungen
Das System goAML ermöglicht den Meldepflichtigen, ihre Meldungen online auf zweierlei Arten abzugeben.

Die Meldepflichtigen können ihre Verdachtsmeldungen grundsätzlich über das Webformular des Meldeportals von goAML an die FIU übermitteln. Dabei können sämtliche relevanten Informationen zum Sachverhalt und den betreffenden Transaktionen übersichtlich und klar gegliedert eingetragen werden.

Als zentrales Element folgt die Eingabe der betreffenden Transaktion. Dort sind die Angaben zu den im Zusammenhang mit der Transaktion stehenden Personen, Organisationen und Konten etc. einzutragen.

Um die Nutzung des Meldeportals zu erleichtern, sind viele Felder mit sogenannten Tooltipps hinterlegt. Sie zeigen beim Übergleiten mit der Maus einen kurzen Hilfetext zu dem jeweiligen Feld an.

Alternativ zur manuellen Erfassung besteht für die Meldepflichtigen die Möglichkeit, die Daten ihrer Verdachtsmeldungen via XML-Upload über goAML an die FIU zu übermitteln

Nähere Informationen zur Abgabe von Verdachtsmeldungen via goAML können Sie dem Handbuch goAML Web Portal entnehmen.

Hinweis
Bei einer Erstmeldung sowie ab einer zweistündigen Störung der elektronischen Übermittlung einer Verdachtsmeldung ist die Abgabe auf dem amtlichen Formular per Fax zulässig. Aus Gründen der Nachvollziehbarkeit ist eine knappe Darlegung der Tatsachen beizufügen, aus denen sich die Erforderlichkeit der Faxübermittlung ergibt. Hierfür stehen Ihnen die Meldeformulare 033572 und 033573 im Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung (FMS) unter der Rubrik "FIU" zur Verfügung. Die Informationen sowie Ausfüllhinweise im "Handbuch goAML Web Portal" gelten analog.
Das ausgefüllte Formular ist per Fax an die Nummer 0221-672 3990 zu senden.

Interner Bereich für Verpflichtete
In einem speziell für Verpflichtete eingerichteten „internen“ Bereich, finden Sie weitere zielgerichtete aktuelle und nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Informationen zum Thema Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Die Zugangsdaten hierfür erhalten Sie bei der FIU (ticket-fiu.fiu@zka.bund.de). Voraussetzung ist die vorherige Registrierung bei goAML.

Die FIU hat in diesem „internen“ Bereich z. B. auch eine aktuelle Liste der Drittländer mit einem erhöhten Risiko veröffentlicht.

Kontaktdaten: Für alle Fragen rund um Verdachtsmeldungen ist die FIU Ihr direkter Ansprechpartner!
Die FIU erreichen Sie wie folgt:
Hotline für Verpflichtete + 49 (0) 351 44834 - 556
Fax (Zentrale) + 49 (0) 221 672 - 3999
E-Mail: info.fiu@zoll.de

Anschrift:
Generalzolldirektion
Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU)
Postfach 85 05 55
51030 Köln

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