Güterhändler

Nach § 2 Abs. 1 Nr. 16 des Geldwäschegesetzes (GwG) zählen Güterhändler zu den „Verpflichteten“ des Gesetzes. Güterhändler im Sinne des Geldwäschegesetzes ist jede Person, die gewerblich Güter veräußert, unabhängig davon, in wessen Namen oder auf wessen Rechnung sie handelt (§ 1 Abs. 9 GwG).
Als Verpflichteter haben Sie die Vorschriften des GwG zu beachten und sich so davor zu schützen, von Kriminellen zur Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung missbraucht zu werden.


Geldwäscher und Terroristen wollen anonym bleiben. Aus diesem Grund sind die Identifizierung des Vertragspartners, der ggf. für diesen auftretenden Person und eines möglicher Weise hinter dem Vertragspartner stehenden wirtschaftlich Berechtigten  von zentraler Bedeutung. Falls einer der folgenden Sachverhalte zutrifft, müssen Sie diese Personen identifizieren:

  • Wenn Sie Beträge ab 10.000 Euro in bar tätigen oder entgegennehmen, auch wenn die Zahlung in mehreren Teilbeträgen erfolgt, ohne dass dies einen nachvollziehbaren Grund hat.
  • Wenn Sie den Verdacht haben oder wissen, dass mit dem Zahlungsvorgang Geld aus einer Straftat „gewaschen“ werden soll oder wenn die Vermögenswerte im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung stehen Dies gilt unabhängig von der Höhe des Betrages und auch bei unbaren Geschäften. Die Abgabe einer Geldwäscheverdachtsmeldung ist in derartigen Fällen verpflichtend.


Über die Identifizierung und die Geschäftsvorfälle müssen Sie Aufzeichnungen fertigen und diese 5 Jahre aufbewahren (§ 8 GwG).
 

Wenn Sie als Güterhändler Barzahlungen ab 10.000 Euro tätigen oder entgegennehmen, müssen Sie über ein wirksames Risikomanagement verfügen (§ 4 Abs. 4 GwG):

Sie müssen insbesondere eine Risikoanalyse erstellen, diese dokumentieren und daraus Ihrem Risiko entsprechende Sicherungssysteme und Kontrollen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung ableiten. Sie müssen gewährleisten, dass Ihre Mitarbeiter Kenntnis von den Vorschriften des GwG und von aktuellen Typologien und Methoden der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung haben und die geldwäscherechtlichen Pflichten sowie Ihre internen Anweisungen zum Schutz Ihres Unternehmens/Gewerbebetriebes einhalten.

Da Sie verpflichtet sind, der Aufsichtsbehörde auf Verlangen unentgeltlich Auskünfte über alle Geschäftsangelegenheiten zu erteilen und Unterlagen vorzulegen, die für die Einhaltung der im GwG festgelegten Anforderungen von Bedeutung sind, empfiehlt es sich, auch Ihre internen Sicherungsmaßnahmen zu dokumentieren.

Eine Allgemeinverfügung, aufgrund derer Güterhändler, deren Haupttätigkeit im Handel mit hochwertigen Gütern besteht, einen Geldwäschebeauftragten bestellt und gemeldet haben, wird in absehbarer Zeit neu gefasst.

Hinweis: Bei diesem Text handelt es sich um eine vorläufige Grundinformation nach Inkrafttreten des neuen Geldwäschegesetzes am 26. Juni 2017!

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