Biologische Arbeitsstoffe

Fünf Millionen Beschäftigte kommen täglich in Deutschland mit biologischen Arbeitsstoffen in Kontakt.

Biologische Arbeitsstoffe (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten, Prionen) treten z.B. in der Biotechnologie, in der medizinischen Forschung, der Nahrungsmittelproduktion, der Land- und Forstwirtschaft, der Abfall- und Abwasserwirtschaft, im Gesundheitswesen und in Kindertagesstätten auf. Ohne geeignete Schutzmaßnahmen kann der Umgang zu Infektionen, Allergien oder Atemwegserkrankungen führen.

Die Biostoffverordnung teilt Bakterien, Pilze und Viren in Risikogruppen von 1 bis 4 ein. Darüber hinaus wird zwischen gezielten und nicht gezielten Tätigkeiten unterschieden. Entsprechend der Risikogruppe bzw. der Gefährdung durch die Art der Tätigkeit muss der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen festlegen.

Tätigkeiten mit Biostoffen der Risikogruppe 3 und 4 in Laboratorien, in der Versuchstierhaltung oder in der Biotechnologie bedürfen vor Aufnahme der Tätigkeit einer Erlaubnis (§15 BioStoffV) des zuständigen Regierungspräsidium.
Anzeigepflichtig (§16 BioStoffV) beim zuständigen Regierungspräsidium sind:

1. die erstmalige Aufnahme
a - einer gezielten Tätigkeit mit Biostoffen der Risikogruppe 2,
b - einer Tätigkeit mit Biostoffen der Risikogruppe 3, soweit die Tätigkeiten keiner Erlaubnispflicht nach § 15 unterliegen, in Laboratorien, in der Versuchstierhaltung und in der Biotechnologie,

2. jede Änderung der erlaubten oder angezeigten Tätigkeiten, wenn diese für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bedeutsam sind, zum Beispiel Tätigkeiten, die darauf abzielen, die Virulenz des Biostoffs zu erhöhen oder die Aufnahme von Tätigkeiten mit weiteren Biostoffen der Risikogruppe 3 oder 4,

3. die Aufnahme eines infizierten Patienten in eine Patientenstation der Schutzstufe 4,

4. das Einstellen einer nach § 15 erlaubnispflichtigen Tätigkeit.

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