Arbeitsmedizinische Vorsorge

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Arbeitsmedizinische Vorsorge

Arbeitsmedizinische Vorsorge ist eine individuelle Schutzmaßnahme und dient der Früherkennung arbeitsbedingter Gesundheitsstörungen, dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit sowie der Fortentwicklung des betrieblichen Gesundheitsschutzes. So kann mit Ihrer Hilfe festgestellt werden, ob bei Ausübung einer bestimmten Tätigkeit eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung besteht.
Arbeitsmedizinische Vorsorge findet im geschützten Raum und unter dem Siegel der Verschwiegenheit des Betriebsarztes statt. Hier können sich Beschäftigte zu den Wechselwirkungen zwischen ihrer Arbeit und ihrer Gesundheit informieren und beraten lassen. Arbeitsmedizinische Vorsorge umfasst immer ein ärztliches Beratungsgespräch mit Anamnese einschließlich Arbeitsanamnese. Hält der Betriebsarzt zur Aufklärung und Beratung körperliche oder klinische Untersuchungen für erforderlich, so bietet er diese an. Untersuchungen dürfen allerdings nicht gegen den Willen der betroffenen Beschäftigten durchgeführt werden. Arbeitsmedizinische Vorsorge darf nicht mit Untersuchungen zum Nachweis der gesundheitlichen Eignung für berufliche Anforderungen verwechselt werden.
Mit der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) wurden viele bisher in verschiedenen Vorschriften „verstreute“ Bestimmungen zu dieser Thematik in einer Verordnung zusammengefasst. Dem recht übersichtlichen Anhang der Verordnung kann man entnehmen, welche Vorsorge bei bestimmten Tätigkeiten verpflichtend ist oder den Beschäftigten angeboten werden müssen. Darüber hinaus muss der Arbeitgeber allen Beschäftigten die Möglichkeit einer Wunschvorsorge bieten, wenn durch die Tätigkeit eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann.
Ein typisches Beispiel einer Pflichtvorsorge ist die arbeitsmedizinische Vorsorge für Beschäftigte, die einem Tages-Lärmexpositionspegel von 85 dB(A) oder mehr ausgesetzt sind. Die bekannteste Angebotsvorsorge ist die Vorsorge, die Arbeitgeber ihren Beschäftigten an Bildschirmgeräten anbieten müssen. Wunschvorsorge ist zum Beispiel denkbar, wenn Beschäftigte durch psychische Belastungen am Arbeitsplatz ihre Gesundheit gefährdet sehen.
Im Rahmen jeder Vorsorge (Pflicht-, Angebot-, und Wunschvorsorge) ist es notwendig, dass der Betriebsarzt eine Bescheinigung ausfüllt (ohne Angabe der Eignung) und dass vom Arbeitgeber eine sogenannte Vorsorgekartei geführt wird, deren Inhalt bei Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses den Betroffenen in Kopie auszuhändigen ist.
Nähere Informationen, insbesondere zu Arbeitsmedizinischen Regeln und Empfehlungen, finden Sie unter http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Ausschuesse/AfAMed/Ausschuss-fuer-Arbeitsmedizin.html .

 

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