Zwischen Smart Region und Gemeindeschwester 2.0

In Nordhessen ist die Bewältigung des demografischen Wandels eine Kernaufgabe und die Digitalisierung bietet große Chancen, sie erfolgreich zu lösen.

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Hessens Ministerin für Digitales Prof. Dr. Kristina Sinemus und Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber als Gastgeber des Forums umrahmt von den Referentinnen und Referenten und der Landtagsvizepräsidentin Karin Müller
Hessens Ministerin für Digitales Prof. Dr. Kristina Sinemus und Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber als Gastgeber des Forums umrahmt von den Referentinnen und Referenten und der Landtagsvizepräsidentin Karin Müller

So lautete eine der Kernaussagen von Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, beim Forum RP des Regierungspräsidiums Kassel zur Daseinsvorsorge in der Region. Es stand unter der Überschrift „Lebensadern und Lebensmittelpunkte – Wie versorgen wir uns im Jahr 2030?“. „Gemeinsam wollen wir nach neuen Wegen für neue Herausforderungen suchen, uns Ideen und Lösungen vorstellen lassen und gern darüber streiten, was für unser NordOstHessen die Antworten auf die Zukunftsfragen angesichts des demografischen Wandels sind“, ermunterte Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber in seiner Begrüßung die mehr als 60 Tagungsteilnehmer aus den Kommunen und Landkreisen der Region, die seiner Einladung gefolgt waren.

Unter dem allgemeinen Oberthema „Daseinsvorsorge 2030“ stellte der Moderator der Veranstaltung Claus Peter Müller von der Grün den Teilnehmenden zwei Themenbereiche vor: „Lebensadern“ und „Lebensmittelpunkte“. Welche Chancen auf eine „Smart Region“ aus Sicht der Landesregierung die Lebensader Digitalisierung für den ländlichen Raum bereit hält, erklärte Ministerin Sinemus. Rachid Ait Bouhou vom Bundesverband eMobilität, blickte auf die neuesten Entwicklungen bei Elektromobilität und Ladeinfrastruktur auf die Folgen für die Kommunen. Die Mobilität im ländlichen Raum war schließlich das Thema von Martin Weißband vom NVV-Fachzentrum. Eines seiner Beispiele: die erfolgreiche Verschneidung von Schulzeiten und Stundenplänen mit dem ÖPNV-Angebot bringt täglich hunderter neue Fahrgäste in Busse und Züge. Hier und in anderen Bereichen sei der ÖPNV in Nachbarbundesländern bereits weit voraus.

Zu den Lebensmittelpunkten im Alltagsleben des ländlichen Raumes zählen immer häufiger wieder die Dorfläden. „Sie sind Trendsetter, Demokratie pur, gelebte Wirtschaftsdemokratie“, sagte Wolfgang Gröll, Vorsitzender der Vereinigung der Bürger- und Dorfläden in Deutschland, als er das Dorfladen-Netzwerk vorstellte. Er wies auf eine Chance hin, die der demografische Wandel bereithält: Mit dem Übergang in den Ruhestand vieler junger Senioren im kommenden Jahrzehnt kann das Dorf aufleben.“

Wie die medizinische Versorgung im ländlichen Raum gestaltet werden könnte, erläuterte der Allgemeinmediziner Dr. Frank Klein an dem Konzept Gemeindeschwester 2.0. Damit ist medizinisches Fachpersonal gemeint, das Routine-Hausbesuche übernimmt – in Verbindung mit einer sogenannten Soziallotsin oder einem Soziallotsen, also einem Menschen, der im Dorf gut vernetzt ist und großes Vertrauen genießt und alte Bewohner mit Gesprächen, Vorlesen und anderem vor der Einsamkeit bewahrt.

Soweit die Ziele. Auf dem Weg dahin gibt es ein gutes Beratungsangebot, das Claus Spandau vom kommunalen Beratungszentrum unter dem Titel „Gemeinsam geht es besser“ vorstellte.

Hintergrund der Veranstaltungsreihe ist die Arbeit am neuen Regionalplan, der den Rahmen dafür gibt, wie die Menschen in der Region in den nächsten 10 bis 20 Jahren leben wollen. Nach und nach werden in der RP-Reihe „REGION NORDORSTHESSEN KURS 2030“ die Themenfelder diskutiert, die für die Arbeit am Regionalplan eine Rolle spielen.

Zum Foto: Hessens Ministerin für Digitales Prof. Dr. Kristina Sinemus und Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber als Gastgeber des Forums umrahmt von den Referentinnen und Referenten und der Landtagsvizepräsidentin Karin Müller (B90/Grüne). Foto RP/Knoth

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