Psychische Belastung bei der Arbeit – „Wichtigste Kapital ist der Mensch“

Einen großen Anklang fand die Fachveranstaltung des RP Kassel zum Thema „Psychische Belastungen bei der Arbeit - Erkennen, Beurteilen, Handeln“. Mehr als 80 betriebliche Vertreter, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Berater und Betriebsärzte fanden am Donnerstag, den 03.11.2016 den Weg in den 6. Stock der Industrie- und Handelskammer Fulda.

DSC_3296.jpg

 Psychische Belastung an der Arbeit – „Wichtigste Kapital ist der Mensch“

Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke begrüßte gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Fulda, Herrn Stefan Schunck, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und appellierte insbesondere daran, den Menschen zu helfen, dass sie zufrieden sind. Es solle mehr Wert auf soziale Kompetenz und Teamfähigkeit bei der Auswahl des Personals gelegt werden.

Stefan Schunck kam dann u.a. auf mögliche Gründe und Folgen psychischer Belastung am Arbeitsplatz zu sprechen. Ein Grund könne der Wandel in der Arbeitswelt, aber auch der Alltag der Menschen sein.

Bettina Splittgerber ( Leiterin des Referates für Arbeitsschutzpolitik und menschengerechte Arbeitsgestaltung im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und eine starke Promoterin und Expertin zum Umgang mit psychischen Belastungen ) sprach zu den aktuellen Entwicklungen: „In den letzten Jahrzehnten hat die Arbeitswelt einen massiven Wandel erlebt. Weitreichende Veränderungen – wie etwa die Globalisierung der Wirtschaft und die Schnelllebigkeit der modernen Gesellschaft – haben die Arbeitsbedingungen und Lebensverhältnisse der Beschäftigten enorm beeinflusst.“

Lange Arbeitszeiten, Arbeitsverdichtung, ständige Erreichbarkeit, hohe Flexibilität – all dies sind Kennzeichen der modernen Arbeitswelt. Ob diese Anforderungen als Ansporn und Chance erlebt werden oder ob sie zu Erkrankungen und Leistungsbeeinträchtigungen führen, hängt letztlich davon ab, wie im Betrieb – sowohl seitens der Führungskräfte als auch seitens der Beschäftigten – damit umgegangen wird.

Wie mit den steigenden Anforderungen der Arbeitswelt umgangen werden kann und was Betriebe in Sachen Belastung wissen sollten, erläuterten Claudia Flake ( Expertin des Fachzentrums im RP Gießen, für arbeitspsychologische Fragestellungen im Arbeitsschutz und insbesondere für die Ermittlung psychischer Belastungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ) und Dr. Kristin Wenzel ( Diplom-Psychologin, Expertin der Verwaltungsberufsgenossenschaft aus Erfurt ). Sie stellten dar, dass es mehrere Gründe geben kann, wann ein Mensch eine Situation belastend empfindet. Dabei spielten sowohl private, als auch arbeitsbedingte Faktoren eine Rolle. Auf die psychische Belastung, im privaten Bereich, kann der Arbeitgeber nur sehr wenig Einfluss nehmen. „Auf die Belastung am Arbeitsplatz muss er reagieren“, war die klare Ansage. Das dies nicht immer leicht sei, da Arbeitgeber Vieles im Blick haben müssten, war auch allen Zuhörern klar. Als „mögliche Stellschrauben“ nannten die Expertinnen einige Faktoren, die sie anhand der „Prozessschritte in der Gefährdungsbeurteilung“  erläuterten. So konnte Basiswissen für das Verständnis der nachfolgenden Vorträge geschaffen und wichtige Informationen für die selbstständige Umsetzung im Betrieb geliefert werden. Alle Veranstaltungsteilnehmer bekamen so eine erste Orientierung hinsichtlich der bestehenden Prozessschritte. Mögliche Befürchtungen vor einer zu komplizierten Realisierung wurden beseitigt.

Starken Anklang fanden auch die Vorträge aus Sicht des Arbeitgebers, der Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Betriebsärztin.

Klaus Altenburg ( JOB AG mit Zentrale in Fulda ) stellte die Anforderungen aus Sicht des Arbeitgebers dar, Björn Stolz ( Ing. Büro für Sicherheitstechnik Stolz GbR aus Bad Hersfeld ) aus Sicht der Fachkraft für Arbeitssicherheit und Dr. med. Gertrud Willert-Latsch ( Werksarztzentrum Fulda e. V. aus Fulda ) stellte die medizinischen Faktoren vor.

Alle waren sich einig, dass nur alle Beteiligten gemeinsam zu einem guten Ergebnis im Betrieb kommen können, wobei Kommunikation aller Beteiligten eine sehr wichtige Rolle spielt.

In lebhaften Diskussionen in der Veranstaltung und in der Kaffeepause zeigte sich, dass die Veranstaltung den Geist der Zeit getroffen hat und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wertvolle Informationen und Anregungen mitnehmen konnten.

Fotos: RP Kassel, Dezernat 35.2

Christiane Schäfer, Dezernat 35.2

Pressekontakt
Katrin Walmanns
Telefon: 0561 106 1011
E-Mail: katrin.walmanns@rpks.hessen.de

Am Alten Stadtschloss 1
34117 Kassel

Hessen-Suche