Gut aufgestellt und jederzeit bereit für den Ernstfall: Katastrophenschutz beim RP Kassel

Flutwellen, Industrieunfälle, Pandemien: Anlässlich des „Internationalen Tags der Katastrophenvorbeugung“ am 13. Oktober verweist das Regierungspräsidium (RP) Kassel darauf, wie wichtig es ist, dass staatliche Strukturen in Krisenfällen handlungsfähig sind und bleiben. Das RP Kassel ist Obere Katastrophenschutzbehörde für NordOstHessen und unterhält einen ständig einsatzbereiten Katastrophenschutzstab.

Der Katastrophenschutzstab des RP Kassel – kurz: Kat-S-Stab – besteht aus rund 65 Mitarbeitenden aus allen Abteilungen und den unterschiedlichsten Fachdezernaten. Diese sind in Zwölfstundenschichten ständig in Bereitschaft und können im Einsatzfall kurzfristig alarmiert werden, so dass der Kat-S-Stab sehr schnell einsatzfähig ist. Der Kat-S-Stab des RP Kassel tritt zusammen, sobald mehr als ein Landkreis oder eine Stadt in NordOstHessen von einem Katastrophengeschehen betroffen ist (bei räumlich begrenzten Geschehen richten die Landkreise und die Stadt Kassel eigene Stäbe ein).

Ein Stabsraum in Kassel – viele Einheiten in der Fläche

Hierzu verfügt das Dezernat Brand- und Katastrophenschutz über einen rund 200 Quadratmeter großen Stabsraum, ausgestattet u.a. mit Konferenztechnik, Kommunikationsmitteln und Kartenmaterial. Im Falle von Überschwemmungen, Erdbeben oder Terrorlagen koordiniert der Kat-S-Stab von dort alle maßgeblichen Katastrophenschutzeinheiten im Regierungsbezirk, darunter sieben Informations- und Kommunikationszentralen mit Personal, 133 Löschzüge, zwei Wasserrettungszüge, eine Medizinische Task Force („mobiles Krankenhaus“), acht Sanitätszüge und einen Zivilschutzhubschrauber.

„Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal hat erneut aufgezeigt, dass ein handlungsfähiger Katastrophenschutz essentiell ist“, betonte Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber. „NordOstHessen ist wie das gesamte Bundesland im Katastrophenschutz hervorragend aufgestellt, sowohl was die Ausrüstung als auch was die Schulung und Fortbildung der zahlreichen Haupt- und Ehrenamtlichen betrifft. Und wir investieren weiter in den Katastrophenschutz: So planen wir, den Stabsraum des RP Kassel ab dem kommenden Jahr zu modernisieren und zu vergrößern. Natürlich steht zu hoffen, dass wir ihn möglichst selten nutzen müssen, aber ein funktionsfähiger Stabsraum mit technischer Einrichtung auf der Höhe der Zeit ist unerlässlich, um im Krisenfall gerüstet zu sein.“

Neben regelmäßig durchgeführten Übungen wurde der Stabsraum zuletzt während der Flüchtlingswelle von 2015 intensiv genutzt, als von dort die Errichtung von Flüchtlingsunterkünften und die Verteilung der ankommenden Menschen in NordOstHessen gesteuert wurde. Im Sommer 2015 trat der Kat-S-Stab täglich zusammen. Auch seit Beginn der Corona-Krise tagt der Kat-S-Stab im RP Kassel wieder regelmäßig, allerdings nicht in Präsenz und voller Stärke, da die aktuellen Aufgaben vorrangig im Sammeln von Informationen und dem Aufbereiten von Daten für den Landeskrisenstab in Wiesbaden im Rahmen der pandemischen Lage bestehen.

Prävention durch Wartung, Instandhaltung und Schulung

Auch wenn der Kat-S-Stab nicht tagt, gibt es für die Mitarbeitenden des Dezernats Brand- und Katastrophenschutz im Tagesgeschäft viel zu tun: Ihnen obliegt zum Beispiel die Verwaltung, Beschaffung, Unterhaltung, Überprüfung sowie Betreuung der landeseigenen Katastrophenschutzausstattung und der vom Bund für den Zivilschutz überlassenen Ausstattung (z. B. Fahrzeuge, Geräte und Bekleidung). Diese umfasst allein knapp 180 Fahrzeuge, Anhänger und Abrollbehälter für den Katastrophenschutz, für deren Unterhaltung das RP Kassel 2020 mehr als 400.000 Euro aufgewendet hat. Hinzu kommen 100 Fahrzeuge für den Zivilschutz.

Neben der Ausstattung kümmert sich das Dezernat auch um die Aus- und Fortbildung des behördeninternen Stabspersonals. Die fachspezifische Aus- und Fortbildung erfolgt zum einen intern und zum anderen extern an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel sowie an der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung in Ahrweiler (BABZ). Auch bei der Personalausbildung der vielen ehrenamtlichen KatastrophenschützerInnen im ganzen Regierungsbezirk ist das RP Kassel koordinierend tätig und stellt Fördermittel bereit. Denn der Katastrophenschutz ruht in der Fläche hauptsächlich auf den Schultern der Ehrenamtlichen in den Feuerwehren, bei Rettungsdiensten und dem Technischen Hilfswerk.

Die dritte Säule der Katastrophenvorbeugung im RP Kassel ist neben Ausstattung und Ausbildung die Organisation von Katastrophenschutzübungen. Neben den internen Übungen des Kat-S-Stabes führt das RP Kassel auch regelmäßig Großübungen durch und unterstützt im Weiteren auch die Landkreise bei der Planung, Durchführung und Auswertung ihrer eigenen Katastrophenschutzübungen. „Insbesondere die Pandemie hat uns in diesem Bereich massiv Steine in den Weg gelegt“, bedauert Sven Münstermann, Sachbearbeiter im Bereich Katastrophenschutz. „Eine große Katastrophenschutzübung mit dem Themenschwerpunkt des Nachweises und der Detektion von gefährlichen Stoffen und Gütern musste pandemiebedingt bereits verschoben werden. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir auch in diesem Bereich weiter einen Schritt hin zur Normalität gehen werden und Katastrophenschutzübungen zukünftig wieder turnusmäßig stattfinden können.“

Weitere Informationen zum Katastrophenschutz beim RP Kassel.

Hintergrund
Der Internationale Tag der Katastrophenvorbeugung („International Day for Disaster Risk Reduction“) wurde 1989 ins Leben gerufen, nachdem die UN-Vollversammlung einen Aktionstag gefordert hatte, an dem für eine weltweite Kultur des Risikobewusstseins und der Katastrophenvorsorge geworben werden soll. Am 13. Oktober jedes Jahres sollen Menschen und Gemeinschaften gewürdigt werden, die die Anfälligkeit für Katastrophen minimieren und ein Bewusstsein schaffen, wie wichtig es ist, Risiken im Vorfeld einzudämmen.

Weitere Informationen.

Pressekontakt
Katrin Walmanns
Telefon: 0561 106 1011
E-Mail: katrin.walmanns@rpks.hessen.de

Am Alten Stadtschloss 1
34117 Kassel

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