Gebietskonferenz im Naturschutzgebiet „Auf der Buchenlied bei Wirmighausen“

Die Obere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel, die für die Pflege der nach nationalem Recht geschützten Naturschutzgebiete zuständig ist, hat zu einer Gebietskonferenz im Naturschutzgebiet „Auf der Buchenlied bei Wirmighausen“ eingeladen.

Am 17.09.2020 fand im Rahmen der Gebietskonferenz für das Naturschutzgebiet „Auf der Buchenlied bei Wirmighausen“ die Überprüfung der Schutzziele des nach nationalem Recht geschützten Laubwaldes und seiner umliegenden extensiven Grünländer und Magerrasen statt. Das Schutzgebiet wurde mit Verordnung vom 14.03.1990 gesichert und wird nach einem modifizierten Pflegeplan aus dem Jahr 1989 bewirtschaftet. 2015 ist das Gebiet im Rahmen der hessischen Lebensraum- und Biotoptypenkartierung (HLBK) neu erfasst worden. Diese Kartierung wird nun zum Anlass genommen den Pflegeplan fortzuschreiben und den Zustand der Schutzziele, wie auch die aktuellen Maßnahmen zu überprüfen.

Das Regierungspräsidium Kassel hatte zu einem Treffen im Gebiet eingeladen, wo der Termin mit einer Zusammenfassung des Pflegeplanes aus 1989 und einer Vorstellung der Kartierergebnisse aus 2015 begann. Neben Herrn Fischer von der Gemeinde Diemelsee, Herrn Dr. Wenz als Vertreter des BUND, Frau Lückel und Herr Lehmann als Vertreter des NABU und ehrenamtliche Schutzgebiets­betreuer, waren auch der Bewirtschafter Herr Ralf Bauer, Herr Dippel als Vertreter des für die Bewirtschaftung zuständigen Forstamtes Diemelstadt und die Botanikerin Frau Karin Menzler, welche die HLBK-Kartierung in 2015 durchgeführte, mit vor Ort. Die Bilanz der Kartierung fällt positiv aus. Das Grünland konnte durch jahrelange extensive Bewirtschaftung weiter ausgehagert werden und die Buchenwälder im Gebiet haben sich durch Entnahme von Nadelholz und extensive Nutzung weiter stabilisiert.

Im Anschluss fand ein 2-stündiger Begang im Gebiet statt. Gegenstand der Gespräche war die Sicherung der Enzian-Schillergrasrasen durch intensive Entbuschung eines Grabens im Gebiet. Dieser ist durch den Zusammenbruch eines ehemaligen Stollens entstanden war. Bis zum 1. Weltkrieg wurde im Gebiet das seltene Mineral Cölestin abgebaut, welches für Feuerwerkskörper und Leuchtspurmunition genutzt wurde. Sehr hilfreich waren die Hinweise des Bewirtschafters Herr Bauer, der seit Ausweisung des Gebietes die Pflege mit Schafen und ergänzender Mahd durchführt. Im Dialog konnten auch kurzfristige Optimierungen in der Pflege erreicht werden. Die Ziele bei der Waldentwicklung sind weiterhin der Erhalt und die Förderung der wertvollen Buchenwaldgesellschaften mit den bemerkenswerten Vorkommen von Märzenbecher, Bärlauch und Türkenbundlilie. Die gemeinsam festgelegten Ziele sollen im Jahr 2021 in einem neuen Pflegeplan zusammengefasst werden. Dieser wird dann mit allen Betroffenen und insbesondere den Grundstückseigentümern abgestimmt und für die nächsten 10 Jahre festgeschrieben.

Hintergrund:
Die Obere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel führt im Abstand von 12 Jahren sogenannte Gebietskonferenzen in den FFH-Gebieten durch. Dies dient der Überprüfung der Erhaltungs­zustände der geschützten Lebensräume und Arten unter Beteiligung aller Akteure im Gebiet. Die Obere Naturschutzbehörde ist nach § 15 Abs. 1 HAGBNatSchG für die Ermittlung von Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der günstigen Erhaltungszustände der Gebiete, wie auch für die Überwachung zuständig.

Als FFH-Gebiet werden Flächen bezeichnet, die aufgrund der FFH-Richtlinie der EU (Richtlinie 92/43/EWG) mit Verordnung von 2008 in Hessen gesichert wurden. Der Grund für die Unterschutzstellung der Gebiete liegt in den dort vorkommenden und in der FFH-Richtlinie genannten wertvollen Lebensraumtypen (Anhang I der Richtlinie) und Arten (Anhang II der Richtlinie).

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