Überwinterungsquartier für seltene Fledermäuse im Richelsdorfer Gebirge

In einer gemeinsamen Aktion der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel, des Forstamts Rotenburg und des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung konnte jetzt ein weiterer Bergwerksstollen im Richelsdorfer Gebirge geöffnet und für Fledermäuse gesichert werden.

Bereits in der 1980er Jahren wurden am Ölberg bei Nentershausen vom Forstamt zwei Bergwerksstollen für den Fledermausschutz geöffnet. Beide Stollen wurden damals zeitnah von seltenen und europaweit geschützten Arten wie dem Großen Mausohr und der Bechsteinfledermaus angenommen und regelmäßig als Winterquartier genutzt. Vor etwa 10 Jahren wurde dann der Zugang zu einem der Stollen durch einen abgerutschten Hang verschüttet. Damit stand das Quartier auch für Fledermäuse nicht mehr zur Verfügung.

In enger Zusammenarbeit der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel und Hessen-Forst, vertreten durch den Bereichsleiter Volker Neumann, wurde nunmehr die Wiederöffnung des alten Schwerspatstollens geplant und umgesetzt. Die Arbeiten selbst erfolgten mit Hilfe der Baufirma Kurz, die die Baggerarbeiten durchführte und ehrenamtlichen Helfern des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung Hessen, die den anschließenden Einbau des Fledermausgitters vornahmen. Finanziert wurde die Maßnahme von der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel.

Unsere einheimischen Fledermausarten sind alle bedroht und teilweise sogar vom Aussterben bedroht. Eine der Ursachen ist das Fehlen geeigneter Winterquartiere in unserer Region. In Hessen sind derzeit 20 Fledermausarten bekannt. Viele davon sind auf frostfreie Winterquartiere wie Höhlen, Bergwerksstollen, Felsenkeller oder alte Bunkeranlagen angewiesen. Die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel versucht in enger Zusammenarbeit mit den Naturschutzvereinen vor Ort, solche Quartiere für den Fledermausschutz zu öffnen und, falls nicht vorhanden, Hangplätze zu schaffen. Stefan Zaenker, Mitarbeiter der Oberen Naturschutzbehörde und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Hessen (AGFH), steht hierfür als Ansprechpartner zur Verfügung.

Der Bergwerksstollen am Ölberg wird nun in das jährliche Fledermaus-Wintermonitoring aufgenommen, das gemeinsam von der Oberen Naturschutzbehörde und dem Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen organisiert und durchgeführt wird. Die dabei erhobenen Daten zeigen seit Jahren die Bestandsentwicklungen unserer heimischen Fledermausarten und sind eine wichtige Grundlage für Naturschutzmaßnahmen. Alle Beteiligten lobten die gute Zusammenarbeit und warten nun auf die ersten Fledermäuse, die bald das Winterquartier beziehen werden.

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