Gut gemacht: Für die Jüngsten in ganz Hessen

„Sie leisten eine tolle Arbeit. Machen Sie bitte so weiter.“
Für Sozialminister Grüttner ist die WAS / Terminus eine Erfolgsgeschichte

In Hessen gehen Morgen für Morgen 261.286 Kinder in Kinderkrippen und Kindergärten, sie besuchen altersübergreifende Kindertageseinrichtungen oder werden von Tageseltern in der Kindertagespflege betreut. Diese Zahl nennt zumindest für den 1. März 2016 als Stichtag das Statistische Landesamt. Und für etwa 50.000 Kinder im dritten Kindergartenjahr ist sichergestellt, dass ihre Eltern von den Kosten der Betreuung für mindestens fünf Stunden am Tag freigestellt sind. Ein solch umfassendes Angebot an Kinderbetreuung erscheint heute selbstverständlich. Die Kinder, ihre Mütter, Väter und Großeltern erwarten, dass alles reibungslos läuft, und auf die Erzieherinnen und Erzieher und auf die Tagesmütter und Tagesväter Verlass ist. Aber nicht nur auf diese.

Das Regierungspräsidium Kassel sichert die Kindertagesbetreuung in ganz Hessen

Im Sozialdezernat des Regierungspräsidiums Kassel sorgen 10 Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter dafür, dass in ganz Hessen jene rund 460 Millionen Euro, die das Land für die Kindertagesbetreuung aufwendet, pünktlich an die Träger der Kindertageseinrichtungen, über die Jugendämter an die Tageseltern und an alle anderen, denen eine Förderung zusteht, ausgezahlt werden. „Das ist so viel, wie noch nie. Zum Vergleich: 1999 waren es gerade einmal 60 Millionen Euro“, sagt Hessens Sozialminister Stefan Grüttner. Denn das Land treibt durch zahlreiche Projekte und Initiativen die Qualitätssicherung in den hessischen Einrichtungen sowie den Ausbau der frühkindlichen Bildung voran.

2001 hat die Landesregierung das Regierungspräsidium Kassel mit der Auszahlung dieser Millionensumme. Daraus wurde eine Erfolgsgeschichte. Das sieht auch der Sozialminister so, der sich persönlich bei den Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern in Kassel während eines Frühstücks bedankt und sich mit ihnen ausgetauscht hat. „Sie leisten eine tolle Arbeit. Machen Sie bitte so weiter", begrüßte er die Runde. Der Sozialminister zollte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor allem für die Bearbeitung der hessischen Förderprogramme für die Kindertagesbetreuung Anerkennung. So hatte das Dezernat in enger Zusammenarbeit mit den kommunalen Jugendämtern und dem Fachreferat im Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration das gesteckte Ziel erreicht, bis zum 1. August 2013 in Hessen für jedes dritte Kind unter drei Jahren einen Tagesbetreuungsplatz zu schaffen.

2,5 Sachbearbeiterinnen gewährleisten die Betriebskostenförderung für 4100 Kitas

Zum Referat gehören Heidi Heerdt, Astrid Roßmann und Christin Weber. Sie sorgen dafür, dass mehr als 4100 Kindertagesstätten von knapp 2000 Trägern in Hessen ihre Betriebskostenförderung erhalten. Diese summierte sich 2016 auf exakt 351.599.977,90 Euro, heißt es im Regierungspräsidium. Dort nimmt man es genau. Darum stellen - rechnerisch - dort auch nur 2,5 Sachbearbeiterinnen sicher, dass diese große Summe nicht nur pünktlich, sondern vor allem korrekt verteilt wird.

Gehen die Förderanträge für die Kindertageseinrichtungen ein, gleichen Heidi Heerdt und ihre Kolleginnen die Angaben mit der Datenbank des Landesjugendamtes ab und prüfen, ob die Angaben im Antrag mit den Daten der Betriebserlaubnis der Kita übereinstimmen. Zunächst unterziehen die Verwaltungsfachfrauen den Antrag einer "Logikprüfung". Sie fragen, ob sich alle Angaben sinnvoll ineinanderfügen. In etwa einem Fünftel der Fälle fragen sie beim Kitaträger nach, oder die Antragsteller suchen, während sie selbst am Computer sitzen, telefonisch den Rat der Fachfrauen in Kassel. Das ist möglich, weil es im Regierungspräsidium Kassel den direkten Draht gibt: Die Antragsteller können ihren Sachbearbeiter unmittelbar anrufen.

Eine der Ratsuchenden war einmal Ursula Stähle, Gemeindesekretärin in der Evangelischen Kirchengemeinde in Babenhausen. Sie sagt, „die Kommunikation zwischen der Leitung an der Kindergartenfront und dem Sachbearbeiter im Regierungspräsidium findet im Normalfall gar nicht statt. Wir geben den Antrag ab, und dann kommt der Bescheid über die bewilligten Fördermittel. Aber wenn wir Probleme haben, rufen wir an, und die Mitarbeiterinnen in Kassel entscheiden mit Herz und Verstand." Denn im Alltag einer Kindergartenleiterin, schildert Ursula Stähle ihre Erfahrung, stehe nicht die Antragstellung an ein Amt im Vordergrund, sondern die Betreuung der Kinder: „Sollten sich Probleme mit Blick auf die Vorschriften und Gesetze zur Landesförderung der Kita ergeben, dann setzen wir uns frühzeitig auch mit dem RP Kassel in Verbindung. Wenn etwas plausibel ist, dann gibt es meistens auch einen Spielraum, damit dem Kindergarten geholfen werden kann."

Die Mitarbeiter im Regierungspräsidium, die die Betriebskostenförderung auszahlen und am Telefon Auskunft geben, kenne sie zwar persönlich nicht, sagt Ursula Stähle, aber sie seien freundlich und kompetent. „Ich hatte häufiger mit Frau Heerdt zu tun, da wir wegen des Aufbaus von einem eingruppigen Kindergarten zu einer dreigruppigen Kita viele Fragen zur Landesförderung hatten. Wir waren froh, eine so geduldige Frau als Ansprechpartnerin gefunden zu haben."

Das Programm eKiföG zur elektronisch gestützten Bearbeitung der Kita-Förderungen nach dem Hessischen Kinderförderungsgesetz hat Heidi Heerdt gemeinsam mit ihren Kolleginnen in Kassel, dem Hessischen Sozialministerium und der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung (HZD) in Wiesbaden entwickelt. „Frau Heerdt trägt für dieses Förderprogramm die Verantwortung, und diese nimmt sie sehr gut wahr", sagt der Informatiker Dr. Joachim Bayer. Die "Geschäftsprozessmodellierung" wäre ohne die fixen Frauen aus Kassel für die Spezialisten in Wiesbaden undenkbar gewesen.

„Frau Heerdt", sagt Dr. Bayer, "definiert die Anforderungen an das Programm eKiföG sehr präzise, bedenkt schon bei deren Formulierung, dass es im Programm keine Seiteneffekte gibt, und sie hat eine Vorstellung von dem, was wir als Informatiker tun. Sie stellt Anforderungen, und sie lässt uns die Zeit, diese zu erfüllen. Sie hat eine Vorstellung davon, was wir als IT-ler können und was nicht. Diese Vorstellung von den Möglichkeiten und den Grenzen der Informatik haben nicht alle Mitarbeiter in der Verwaltung. Und am Ende freut sich Frau Heerdt am meisten von uns allen, wenn es funktioniert. Das ist sehr gut."