Eine Million Euro für Fulda-Renaturierung

Im Rathaus der Stadt Bebra haben Regierungspräsident Dr. Walter Lübke und Bürgermeister Uwe Hassl einen Vertrag zur Renaturierung der Fuldaaue im Stadtteil Breitenbach unterzeichnet.

Der Fluss wird auf etwa einem Kilometer Länge renaturiert: von der Fuldabrücke bei Breitenbach bis zum Ende der Breitenbacher Seen. Als Nebeneffekt entsteht weiterer Retentionsraum, der Hochwasserspitzen der Fulda mildert.

 

Das Regierungspräsidium sichert in der Vereinbarung die 100-prozentige Finanzierung des Renaturierungsprojekts aus Landesmitteln zu - ca. eine Million Euro. Im Gegenzug verpflichtet sich die Stadt Bebra, die Umsetzung des Projekts zu organisieren.

 

Für die komplette Finanzierung durch das Land waren zwei Bedingungen zu erfüllen: Erstens muss die Renaturierung in einem Gewässer erfolgen, das zu denen gehört, die nach der europäischen Wasserrahmen-Richtlinie ökologisch verbessert werden müssen. Dazu gehört die Fulda: Die Maßnahme verbessert ihre Gewässerstruktur. Zweitens muss das Projekt in einem nach der europäischen FFH-Richtlinie ausgewiesenen Schutzgebiet liegen. Hier ist es das Vogelschutzgebiet (VSG) „Fuldatal zwischen Rotenburg und Niederaula“. In diesem sind Lebensräume für typische Vogelarten der Flussauen zu erhalten und weiter zu entwickeln, damit ihr Rückgang gestoppt werden kann. Die geplante Renaturierung kann die Ziele beider Richtlinien erfüllen.

 

Konkret wird ein neuer Nebenarm zur Fulda mit Steilufern, Flachwasserzonen und Kiesflächen gestaltet. So können verloren gegangene typische Lebensräume einer natürlichen Flussaue neu entstehen. Sind ihre Lebensräume wieder da, können auch die inzwischen seltenen Pflanzen- und Tierarten zurückkehren: z.B. Vogelarten wie Flußuferläufer, Uferschwalbe oder Eisvogel.

 

Zuständig für die europäischen NATURA 2000-Schutzgebiete ist die Obere Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium. Daher wurden die Planung und die Finanzierung des Renaturierungsprojekts von dort unterstützt und befürwortet.

 

Die Genehmigung erfolgte durch die Obere Wasserbehörde bei der Umweltabteilung des Regierungspräsidiums in Bad Hersfeld. Jetzt kann die Stadt Bebra mit der Vorbereitung der konkreten Umsetzung beginnen – der Start ist für den Herbst vorgesehen.

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