Ansprechpartner in Sachen Geldwäsche

Künftig sind einige Güterhändler mit Hauptsitz im Regierungsbezirk Kassel verpflichtet, einen Geldwäschebeauftragten und einen Stellvertreter im Sinne des § 7 Abs.1 Geldwäschegesetz (GwG) zu bestellen. Darüber informiert das Regierungspräsidium Kassel.

Die Aufgabe eines Geldwäschebeauftragten ist es u.a., Ansprechpartner für Mitarbeiter zu sein, die einen Verdacht einer Geldwäsche haben. Sie sollen darauf zu achten, dass diese in einem solchen Fall richtig reagieren und die Behörden informieren.
Eine weitere Aufgabe ist es, als Verbindungsperson zu den Strafverfolgungsbehörden, zum Bundeskriminalamt (BKA) und der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Regierungspräsidium Kassel, zu fungieren. Der Geldwäschebeauftragte ist organisatorisch auf Führungsebene angesiedelt und dabei der Geschäftsleitung unmittelbar nachgeordnet.

Doch ab wann brauchen Betriebe einen Geldwäschebeauftragten?
Sie sind dazu verpflichtet einen Geldwäschebeauftragten zu bestellen, wenn Sie unter anderem

- Händler hochwertiger Güter sind (z. B. Edelmetalle, Schmuck, Kraftfahrzeuge, Antiquitäten etc.),

- mindestens zehn Mitarbeiter im geldwäscherelevanten Bereich (Kasse, Akquise, Kundenbuchhaltung, Verkauf und Vertrieb, Leitungspersonal inklusive Geschäftsleitung) beschäftigen und

- Geschäftsvorgänge, bei denen Sie Barzahlungen im Wert von 10.000 Euro oder mehr entgegennehmen oder tätigen.
Dazu gehören auch Vorgänge, die gesplittet 10.000 Euro ergeben und bei denen Anhaltspunkte dafür vorliegen , dass zwischen ihnen eine Verbindung besteht.

Alle Voraussetzungen sowie weitere Eckdaten sind der entsprechenden Allgemeinverfügung zu entnehmen. Die vorgesehene Bestellung und Entpflichtung des Geldwäschebeauftragten sind dem Regierungspräsidium Kassel vorab schriftlich anzuzeigen. Gleiches gilt auch für diesbezügliche Änderungen.

Die Bestellung eines Geldwäschebeauftragten dient dazu, die Ziele des Geldwäschegesetzes zu verwirklichen. Sie soll die Güterhändler für das Thema Geldwäschebekämpfung sensibilisieren und ihnen damit einen Selbstschutz bieten. Somit liegt die Bestellung eines Geldwäschebeauftragten auch im Interesse der betroffenen Unternehmen.

Sollte den Pflichten der Allgemeinverfügung nicht oder nicht in gebotener Form entsprochen werden, kann ein angemessenes Zwangsgeld von 10 Euro bis zu 50.000 Euro festgesetzt werden. Das Unterlassen einer nach dieser Verfügung erforderlichen Bestellung eines oder einer Geldwäschebeauftragten und/oder eines Stellvertreters oder einer Stellvertreterin wird mit einem Bußgeld geahndet.

Die Allgemeinverfügung und die dazugehörige Begründung kann bis zum 06.06.2018 im Regierungspräsidium Kassel, Am Alten Stadtschloss 1, 34117 Kassel, während der allgemeinen Sprechzeiten (montags bis donnerstags 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr, freitags 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr) im Foyer eingesehen werden.

Die Allgemeinverfügung, die Begründung und den Mitteilungsvordruck zur Bestellung eines Geldwäschebeauftragten sowie weitere aktuelle Informationen zu dem gesamten Themengebiet Geldwäscheprävention, finden sich auf der Homepage des Regierungspräsidiums Kassel (www.rp-kassel.hessen.de - Menüpunkte „Sicherheit“ - „Geldwäschegesetz“ -).

Kontakt Pressevertreter
Pressesprecher: Herr Michael Conrad
Telefon: 0561 106 1010
Fax: 0561 106 1610
E-Mail: michael.conrad@rpks.hessen.de

Am Alten Stadtschloss 1
34117 Kassel

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