Bundesfachplanung SuedLink

Die beiden länderübergreifenden Stromübertragungsprojekte Brunsbüttel-Großgartach und Wilster-Grafenrheinfeld haben als Pilotvorhaben für eine Erdverkabelung in Gleichstromtechnik unter dem gemeinsamen Projektnamen SuedLink bundesweite Bekanntheit erlangt.

Die Planungsregion Nordhessen ist von dem in 5 Abschnitte unterteilten Gesamtprojekt durch verschiedene alternative Trassenkorridore in den Landkreisen Werra-Meißner, Hersfeld-Rotenburg und Fulda betroffen.

Mit der Einreichung der Antragsunterlagen nach § 6 NABEG durch die zuständigen Netzbetreiber TenneT und EnBW im Winter 2017 ist der Start der Bundesfachplanung unter Federführung der BNetzA erfolgt. Während bereits im Frühjahr 2017 eine erste Beteiligung der Behörden sowie der Öffentlichkeit mit verschiedenen regionalen Antragskonferenzen durchgeführt wurde, hat im Frühjahr 2019 das förmliche Beteiligungsverfahren nach § 8 und 9 mit der öffentlichen Auslegung stattgefunden. Nachdem die Frist zur Stellungnahme für die Träger öffentlicher Belange sowie die breite Öffentlichkeit zwischenzeitlich ausgelaufen ist, werden im Spätsommer 2019 die Erörterungstermine durchgeführt.

Anders als in den ersten Trassenvorschlägen der Vorhabenträger vorgesehen und auch nach den seinerzeitigen Antragskonferenzen zu erwarten war, haben sich die Vorhabenträger für das förmliche Beteiligungsverfahren entschlossen, der BNetzA einen geänderten Trassenkorridor als Vorzugsvariante vorzuschlagen. Dieser soll nun im Abschnitt C ab der Landesgrenze zu Niedersachsen bei Neu Eichenberg-Hebenshausen bis zur Landesgrenze nach Thüringen westlich von Herleshausen komplett durch den Werra-Meißner-Kreis und dabei über rund 20 km durch das Werratal verlaufen. Daneben sind im Abschnitt C sowohl der Werra-Meißner-Kreis als auch der Landkreis Hersfeld –Rotenburg von weiteren Alternativ-Trassierungsmög­lichkeiten betroffen. Für den anschließenden Abschnitt D soll die Vorzugstrasse nach jetzigem Planungsstand durch Thüringen und Bayern geführt werden, in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Fulda sind jedoch weiterhin alternative Trassenführungen vorgesehen (s. Übersichtskarte).
Im Rahmen der Träger-Beteiligung im Frühjahr 2019 haben sich die Regionalplanung als Obere Landesplanungsbehörde sowie die übrigen inhaltlich betroffenen Fachdezernate beim Regierungspräsidium intensiv mit den vorgelegten Planungsunterlagen auseinandergesetzt und ausführlich dazu Stellung genommen. Dabei war aus regionalplanerischer Sicht neben einer Vielzahl von Einzelpunkten insbesondere der Alternativenvergleich zwischen der „Werratal-Trasse“ und einer östlich verlaufenden Trassierungsmöglichkeit durch Thüringen zu kritisieren. In den für Mitte August 2019 für den Abschnitt C und für Mitte September 2019 für den Abschnitt anberaumten Erörterungsterminen haben nun die Träger öffentlicher Belange sowie die Öffentlichkeit erneut die Gelegenheit, der BNetzA ihre Anregungen, vor allem aber auch die Bedenken gegen die aktuelle Trassenführung vorzutragen. Inwieweit diese sich jedoch den Kritikpunkten anschließt und eine – erneute – Umplanung des SuedLinks als Ergebnis des Bundesfachplanungsverfahrens festlegt, bleibt abzuwarten. Eine entsprechende Entscheidung der BNetzA soll möglicherweise bis zum Jahresende 2019 fallen.

Kontakt

Karin Potthoff (Raumordnung)
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