Sieger beim 36. Landesentscheid 2018 "Unser Dorf hat Zukunft" ermittelt

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Sieger beim 36. Landesentscheid 2018 "Unser Dorf hat Zukunft"

Der Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ist beendet. Am 15. Juni 2018 hat die interdisziplinär besetzte Jury von 9 Fachexperten (Bürgermeister, Regionalmanagerin, Landfrau, Kulturmanager, eine Vertreterin der evangelischen Kirche, Architekten und Landschaftsplaner) nach einer eingehenden Begutachtung vor Ort (25.-28. Mai und 5.-8. Juni 2018) die diesjährigen Sieger im Landeswettbewerb ermittelt.

Weimar (Lahn) -Niederwalgern

verfügt über ein erstaunliches Spektrum an Konzepten, Angeboten und Aktivitäten, initiiert durch Freiwillige. Die ehrenamtlich Engagierten erreichen mit ausgeprägten Organisations- und Netzwerkfähigkeiten in Breite und Umfang ein hohes Niveau. Der Ort hat ein außergewöhnliches Bewusstsein für ökologische Projekte. Umweltpädagogische Initiativen vor Ort sind sehr aktiv, was durch den Naturerlebnispfad, Vogelstimmenwanderungen, Baumschnittkurse deutlich wird. Das Lern- und Experimentierfeld am Walgerbach, der Funpark, die Blühstreifen und das wertvolle Feuchtbiotop und ornithologische Zentrum Martinsweiher zeichnen Niederwalgern als außerordentliches Vorbild für eine nachhaltige Grünentwicklung aus.

Bad Sooden-Allendorf-Orferode

ist geprägt durch ein starkes „Wir-Gefühl“. Besonders die Pflege der Ortsgeschichte und des Kulturraumes sind den jungen Bewohnern ein wichtiges Anliegen. Sie wird mit viel Liebe und Begeisterung betrieben und ist der Ausgangspunkt für zahlreiche Aktivitäten. Imposante Wohnhäuser teilweise mit Weinkellern und Einzeldenkmäler dokumentieren eine hohe Wertigkeit im Ortskern. Zahlreiche Fachwerkhäuser mit ungewöhnlichen Fassadengliederungen und –schnitzereien sowie schmiedeeiserne Hoftore und gepflasterte Flächen runden das harmonische Bild ab. Die große Zahl von Solitärbäumen, Bauerngärten, Rabatten, Fassaden-, Mauer und Weinberankungen sind ein Gewinn für das Ortsbild.

Alle Teilnehmer hatten sich seit Monaten tatkräftig auf den Besuch der Kommission vorbereitet und zeigten sich von ihrer besten Seite. Im Rahmen des Wettbewerbs konnten die Bürger ihre vielfältigen Ideen und Projekte entwickeln und mit ausgefallenen Präsentationen die Jury beeindrucken.
Der Landeswettbewerb wurde in zwei Stufen durchgeführt. Landesweit haben in Hessen insgesamt 116 Teilnehmerdörfer an den Regionalentscheiden teilgenommen, die im Jahre 2017 in neun Wettbewerbsregionen in Hessen durchgeführt wurden. Die 18 erfolgreichsten Kandidaten aus den Regionalentscheiden nahmen in diesem Jahr am Hessischen Landesentscheid teil. Sehr positiv hat sich die erstmalige Auslobung mehrerer Sonderpreise für herausragende Projekte in den einzelnen Fachbewertungsbereichen ausgewirkt. Die Kommission hat im Konsens ihre abschließenden Entscheidungen getroffen.

Der Dorfwettbewerb ist in den vergangenen 60 Jahren zu einer beachtlichen Bürgerbewegung geworden mit dem Ziel, engagierte Dorfgemeinschaften zu prämieren, die sich für ein attraktives Leben im Dorf und ein modernes Leben auf dem Land einsetzen. In den besuchten Dörfern wurde durchweg eine Aufbruchstimmung festgestellt. In unterschiedlicher Ausprägung hatten alle Dörfer erkannt, dass Eigenverantwortung im Ort und bürgerschaftliches Engagement zusammen mit gemeindlichem Handeln vor dem Hintergrund eines gemeinsamen Leitbildes ein Schlüssel für ein zukünftiges lebens- und liebenswertes Wohn- und Arbeitsumfeld sind.

Für die Endrunde und damit für die neun zu vergebenen Preise hatten sich 2017 insgesamt 18 Dörfer qualifiziert. Die Jury besuchte alle Dörfer in 13 verschiedenen Landkreisen. Dabei legten sie insgesamt eine Strecke von 1.200 Kilometern zurück. Die Dorfbegehungen dauerten jeweils etwa zwei Stunden. Die vom RPKS berufene Jury bestand aus mitwirkenden Verbänden und Institutionen des Landeswettbewerbs.

Bei der Bewertung stand nicht der Ist-Zustand des Dorfes im Mittelpunkt, sondern wie sich das Dorf mithilfe der Aktivitäten der Dorfgemeinschaft entwickelt hat. Dabei gab es vier Fachbewertungsbereiche:

1. Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen,
2. Bürgerschaftliches Engagement und kulturelle Aktivitäten,
3. Baugestaltung und Siedlungsentwicklung,
4. Grüngestaltung im Dorf und der Bezug zur Landschaft.

Das Ergebnis im Einzelnen:
 

  • 1. Preis - 6.000 €: Weimar-Niederwalgern, Landkreis Marburg-Biedenkopf
  • 2. Preis - 5.000 €: Bad Sooden-Allendorf – Orferode, Werra Meißner-Kreis
  • 3. Preis - 4.000 €: Schotten-Wingershausen, Vogelsbergkreis
  • 4. Preis - 3.000 €: Neuenstein-Raboldshausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
  • 5. Preis – 2.000 €: Breuberg – Wald-Amorbach, Odenwaldkreis

Darüber hinaus werden vier Sonderpreise in Höhe von jeweils 1.000 € in den vier Fachbewertungsbereichen vergeben:

  • Sonderpreis „Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen“:
    Nüsttal-Silges, Landkreis Fulda
  • Sonderpreis „Bürgerschaftliches Engagement und kulturelle Aktivitäten“:
    Poppenhausen-Gackenhof, Landkreis Fulda
  • Sonderpreis „ Baugestaltung und Siedlungsentwicklung“:
    Witzenhausen Ermschwerd, Werra-Meißner-Kreis
  • Sonderpreis „Grüngestaltung im Dorf und der Bezug zur Landschaft“:
    Nidda – Ober-Schmitten, Wetteraukreis

Die Teilnehmer Bad Hersfeld-Kathus, Battenberg (Eder) -Frohnhausen, Dornburg-Dorndorf, Felsberg-Hilgershausen, Lich-Muschenheim, Modautal-Neutsch, Nieste, Willingshausen-Wasenberg und Wolfhagen-Wenigenhasungen erhalten jeweils eine Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme am Hessischen Landesentscheid.

In einer Feierstunde am 23. September 2018 im „Wartenberg Oval“ im Vogelsbergkreis (Stangenweg 26, 36367 Wartenberg) werden alle Teilnehmer ausgezeichnet.

Niederwalgern und Orferode, die beiden Siegerdörfer aus dem Landesentscheid werden Hessen im nächsten Jahr beim 26. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ vertreten.

Alle Ergebnisse finden Sie auch in der Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.