Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit

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Erwerb

Erwerb durch Geburt

Durch Abstammung von einem deutschen Elternteil

Seit 01.01.1975 ist ein Kind immer im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit, wenn bei seiner Geburt die Eltern verheiratet waren und mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besessen hat.

Kinder einer deutschen Mutter, die zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes nicht verheiratet war, sind in der Regel auch immer im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit (dies gilt seit 01.01.1914).

Bei allen anderen Fall-Konstellationen ist der Erwerb von verschiedenen Faktoren abhängig, wobei insbesondere der Zeitpunkt der Geburt wichtig ist.

Personen, die durch Abstammung die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben und zusätzlich (z.B. durch den ausländischen Elternteil) automatisch noch eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen, müssen sich weder mit 18 Jahren noch zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob sie Deutsche bleiben wollen. Sie können auf Dauer Mehrstaater sein.

Durch Geburt in der Bundesrepublik Deutschland mit ausländischen Eltern:

Seit 01.01.2000 erwirbt ein Kind ausländischer Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sich mindestens ein Elternteil seit acht Jahren rechtmäßig im Bundesgebiet aufhält (Zeiten während eines abgelehnten Asylverfahrens können z.B. in der Regel nicht angerechnet werden) und im Besitz eines gesetzlich festgelegten Daueraufenthaltstitel ist (z.B. Niederlassungserlaubnis).

Ob diese Voraussetzungen vorliegen, wird bei jeder Geburt automatisch über das zuständige Standesamt, welches auch die Geburtsurkunde ausstellt, geprüft. Personen, die durch Geburt in der Bundesrepublik Deutschland mit ausländischen Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben, sind normalerweise automatisch durch die ausländischen Eltern auch noch im Besitz von einer oder mehreren weiteren Staatsangehörigkeit/en.

Wenn Sie in Deutschland als Kind ausländischer Eltern geboren sind und neben einer (oder mehreren) ausländischen Staatsangehörigkeit(en) die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, müssten Sie grundsätzlich wählen, welche Staatsangehörigkeit Sie behalten wollen („Optionspflicht“). Durch die Änderung des § 29 Staatsangehörigkeitsgesetz entfällt diese Optionspflicht zukünftig für Personen, die

  • neben der deutschen ausschließlich die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Staates oder der Schweiz besitzen oder
     
  • bis zur Vollendung ihres 21 Lebensjahres

- sich acht Jahre gewöhnlich im Inland aufgehalten haben oder

- sechs Jahre im Inland eine Schule besucht haben oder

- über einen im Inland erworbenen Schulabschluss verfügen oder

- über eine im Inland abgeschlossene  Berufsausbildung verfügen.

Diese Regelungen führen dazu, dass nur noch wenige Personen tatsächlich optionspflichtig sind.

Wer davon betroffen ist, muss daher erst handeln, wenn er ein Schreiben der Staatsangehörigkeitsbehörde erhält.

Es gibt jedoch die Möglichkeit, bereits vor Vollendung des 21. Lebensjahres gemäß §b 29 Abs. 5 Satz 1 StAG einen Antrag auf Feststellung der Nicht-Optionspflicht zu stellen.

Ein Merkblatt zum Optionsverfahren finden Sie unter „Downloads“.

Kontakt

Frau Börner
Tel.: 0561 106-2132
Fax: 0611 32764-0123
E-Mail: staatsangehoerigkeit@rpks.hessen.de

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