Ausgeschlossene Behandlungsarten

Ausgeschlossene Behandlungsarten

Gemäß § 6 Abs. 2 HBeihVO sind Aufwendungen für eine Untersuchung oder Behandlung nach einer wissenschaftlich nicht allgemein anerkannten Methode nicht beihilfefähig.

Die von der Beihilfefähigkeit ausgeschlossenen Methoden sind auch dann nicht beihilfefähig, wenn im Einzelfall nachweislich ein Heilerfolg eingetreten ist.

Der Verordnungsgeber hat in der nachstehend wiedergegebenen Verwaltungsvorschrift zu § 6 Abs. 2 HBeihVO konkretisiert für welche Behandlungsmethoden ein Beihilfeausschluss gilt:

 

VV zu § 6 Abs. 2 HBeihVO

 

1. Die nachstehenden Methoden sind als wissenschaftlich nicht allgemein anerkannt anzusehen, so dass deren

    Beihilfefähigkeit unter Berücksichtigung der dort genannten Ausnahmen ausgeschlossen ist:
1.1 Frischzellentherapie
1.2 Trockenzellentherapie
1.3 Lanthasol-Aerosol-Inhalationskur ausgenommen Aerosol-Inhalationskuren mit hochwirksamen

      Medikamenten,z.B. mit Aludrin
1.4 Bogomoletz-Serum
1.5 Iso- oder hyperbare Inhalationstherapien mit ionisiertem oder nichtionisiertem Sauerstoff/Ozon einschließlich der

      oralen, parenteralen oder perkutanen Aufnahme (z.B. Hämatogene Oxydationstherapie, Sauerstoff
      Darmsanierung, Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie nach Prof. Dr. von Ardenne)
1.6 Elektro-Neural-Behandlung nach Dr. Croon und Elektro-Neural-Diagnostik
1.7 Vibrationsmassage des Kreuzbeins
1.8 Gezielte vegetative Umstimmungsbehandlung oder gezielte vegetative Gesamtumschaltung durch

      negative statische Elektrizität
1.9 Vaduril-Injektionen gegen Parodontose
1.10 Höhenflüge zur Keuchhusten- oder Asthmabehandlung
1.11 Klimakammerbehandlungen
        Soweit in Einzelfällen alle anderen üblichen Heilmethoden ohne Erfolg angewandt worden sind, können

        ausnahmsweise Beihilfen zu Aufwendungen für Klimakammerbehandlungen gewährt werden. Voraussetzung
        hierfür ist jedoch, dass die Festsetzungsstelle aufgrund eines amts- oder vertrauensärztlichen Gutachtens die

        Beihilfefähigkeit vor Beginn der Behandlung anerkannt hat.
1.12 Therapie mit Regeneresen
1.13 Blutkristallisationstests zur Erkennung von Krebserkrankungen
1.14 Gasinsufflationen
        Aufwendungen sind nur beihilfefähig, wenn damit arterielle Verschlusserkrankungen behandelt werden und

        die Festsetzungsstelle aufgrund eines amts- oder vertrauensärztlichen Gutachtens die Beihilfefähigkeit

        vor Beginn der Behandlung anerkannt hat.
1.15 Ganzheitsbehandlungen auf bioelektrisch-heilmagnetischer Grundlage (z.B. Bioresonanztherapie,

        Elektroakupunktur nach Dr. Voll, Elektronische Systemdiagnostik, BFD-Medikamententest,

        Decoderdermographie, Mora-Therapie)
1.16 Behandlungen mit nicht beschleunigten Elektronen nach Dr. Nuhr
1.17 Bruchheilung ohne Operation
1.18 Magnetfeldtherapie
        Die Therapie mit Magnetfeldern ist wissenschaftlich allgemein nur anerkannt für die Behandlung der atrophen

        Pseudarthrose sowie bei Endoprothesenlockerung, idiopathischer Hüftnekrose und verzögerter Knochen-

        bruchheilung, wenn sie in Verbindung mit einer sachgerechten chirurgischen Therapie durchgeführt wird.
1.19 Brechkraftändernde Operation der Hornhaut des Auges (Keratomileusis) nach Professor Barraquer
1.20 Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) bei orthopädischen, chirurgischen und schmerztherapeutischen

        Indikationen. Die Aufwendungen sind nur beihilfefähig für die Behandlung der Tendinosis calcarea (Kalkschulter),
        des Epicondylitis humeri radialis (Tennisellenbogen), der Fasziitis plantaris (Fersensporn) oder der

        Pseudoarthrosen (nicht heilende Knochenbrüche). Auf der Grundlage des Beschlusses der Bundesärztekammer
        zur Analogbewertung der ESWT sind Gebühren nach Nr. 1800 GOÄ bis zum 3,5-fachen Satz beihilfefähig.
1.21 Hyperbare Sauerstofftherapie (Überdruckbehandlung)
        Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Behandlung von Kohlenmonoxydvergiftung, Gasgangrän, chronischen

        Knocheninfektionen, Septikämien, schweren Verbrennungen, Gasembolien, peripherer Ischämie und mit
        Perzeptionsstörungen des Innenohres verbundenen Tinnitusleiden.
1.22 Therapeutisches Reiten (Hippotherapie)
         Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei ausgeprägten cerebralen Bewegungsstörungen (Spastik) oder schwerer

         geistiger Behinderung, sofern die ärztlich verordnete und indizierte Behandlung von Angehörigen der

         Gesundheits- oder Medizinalfachberufe (z.B. Krankengymnastin) mit entsprechender Zusatzausbildung

         durchgeführt wird.  Die Leistung wird den Nr. 4 bis 6 der VV Nr. 3 zu Abs. 1 Nr. 3 zugeordnet.
1.23 Chelat-Infusionstherapie
1.24 Rolfing-Behandlungen
1.25 Reinigungsprogramm mit Megavitaminen und Ausschwitzen
1.26 Psycotron-Therapie
1.27 Pulsierende Signaltherapie (PST) auch in Form der Kernspinresonanztherapie oder MultiBioSignalTherapie (MBST)
1.28 Colon-Hydro-Therapie und ihre Modifikationen
1.29 Laser-Behandlung im Bereich der physikalischen Therapie
1.30 Thermoregulationsdiagnostik
1.31 Behandlung mit Kariesdetektor
1.32 Immunseren (Serocytol-Präparate)
1.33 Kombinierte Serumtherapie (z.B. Wiedemann-Kur)
1.34 Autohomologe Immuntherapien (z.B. ACTI-Cell)
1.35 Immuno-augmentative Therapie (IAT)
1.36 Pyramidenenergiebestrahlung
1.37 Bioresonatorentests
1.38 Cytotoxologische Lebensmitteltests
1.39 Modifizierte Eigenblutbehandlungen (z.B. nach Garthe) und sonstige Verfahren, bei denen aus körpereigenen

        Substanzen des Patienten individuelle Präparate gefertigt werden (z.B. Gegensensibilisierung nach Theurer,
        Clustermedizin)
1.40 Therapie mit Thymus-Präparaten Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Krebsbehandlungen, soweit

         andere übliche Behandlungsmethoden nicht zum Erfolg geführt haben.
1.41 Osmotische Entwässerungstherapie
1.42 Biophotonen-Therapie
1.43 Chirurgische Hornhautkorrektur durch Laserbebahndlung
        Aufwendungen sind nur beihilfefähig, wenn eine Korrektur durch Brillen oder Kontaktlinsen nach augenärztlicher

        Feststellung nicht möglich ist.
1.44 Kinesiologische Behandlung
1.45 Prostata-Hyperthermie-Behandlung
        Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Krebsbehandlung.
1.46 Ozontherapie
1.47 Schwingfeld-Therapie
1.48 Neurotopische Diagnostik und Therapie
1.49 ATC-Therapie (Autologe-Target-Cytokine) nach Dr. Klehr
1.50 Ayurvedische Behandlungen, z.B. nach Maharishi
1.51 Kirlian-Fotografie
1.52 Zellmilieu-Therapie
1.53 Anwendung tonmodulierter Verfahren, Audio-Psycho-Phonologische Therapie (z.B. nach Tomatis, Hörtraining

        nach Dr. Volf, Audiovokale Integration und Therapie, Psychophonie-Verfahren zur Behandlung von Migräne)

1.54 Niedrig dosierter, gepulster Ultraschal
1.55 Heileurhythmie
        Im Hinblick auf die Grundsätze der Notwendigkeit und Angemessenheit kann auch bei anderen als den

        vorstehend aufgeführten Behandlungsmethoden die Beihilfefähigkeit der Aufwendungen zu verneinen sein.
1.56 Wirbeltherapie nach Dorn

2. Bestehen Zweifel, ob eine neue Behandlungsmethode wissenschaftlich allgemein anerkannt ist und werden

    diese durch ein amts- oder vertrauensärztliches Gutachten bestätigt, ist der obersten Dienstbehörde zu berichten.