Ich habe gehört, dass es wichtig ist, in den letzten drei Jahren vor Beginn des Ruhestandes vollbeschäftigt zu sein. Stimmt das?

Nein.
Grundlage für die Berechnung Ihres Ruhegehalts sind Ihre zurückgelegten ruhegehaltfähigen Dienstzeiten, aus denen sich ein individueller Ruhegehaltsatz errechnet sowie Ihre ruhegehaltfähigen Dienstbezüge, die mit dem zuvor ermittelten Ruhegehaltsatz multipliziert werden. Es handelt sich hierbei um eine Gesamtbetrachtung Ihrer Dienstzeiten. In welchem Abschnitt des beruflichen Werdegangs eine Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung ausgeübt wurde, ist hierbei nicht relevant.

Die Zeit einer Vollzeitbeschäftigung ist hierbei in vollem Umfang ruhegehaltfähig, die Zeit einer Teilzeitbeschäftigung ist nur in dem Umfang der Teilzeit ruhegehaltfähig. Ihre Besoldungsgruppe ist ruhegehaltfähig, sofern Sie diese bei Ruhestandsbeginn bereits mindestens zwei Jahre erhalten haben. Erreichen Sie die zwei Jahre nicht, sind nur die Bezüge der Besoldungsgruppe des vorigen Amtes ruhegehaltfähig.

Die Formel zur Berechnung des individuellen Ruhegehaltsatzes lautet:
ruhegehaltfähige Dienstzeiten (Jahre) x 1,79375 % = individueller Ruhegehaltsatz (%)
Die Formel zur Berechnung des Ruhegehalts lautet:
ruhegehaltfähige Dienstbezüge (€) x individueller Ruhegehaltsatz (%) = Ruhegehalt (€)

Das Ruhegehalt errechnet sich also beispielsweise wie folgt:
Ruhegehaltsatz: 36,15 ruhegehaltfähige Dienstjahre x 1,79375 % = 64,85 %
Ruhegehalt: 4.365,25 € (A12 Stufe 8, Stand 02.2018) x 64,85 % = 2.830,86 €