Genderbudgetierung

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Genderbudgetierung

Im Jahr 2001 wurde den Dienststellen des Landes Hessen die Möglichkeit eröffnet, neue Modelle der Verwaltungssteuerung und Personalentwicklung zur Realisierung der Chancengleichheit von Frauen und Männern im Sinne der Zielsetzungen des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes (HGlG) zu erproben. Für das Regierungspräsidium Kassel stellte diese eingeräumte Möglichkeit den Ausgangspunkt dar, um anstelle der klassischen Frauenförder- und Gleichstellungspläne ein alternatives Konzept – das sogenannte Gender-Konzept vorzulegen. Ausgehend von der Zielsystematik des Gender-Mainstreaming baut dieses Konzept neben gender-relevanten Personalentwicklungsmaßnahmen vor allem auf den methodischen Instrumenten der Gender-Analysen und –Prognosen, der Gender-Orientierung bei der Ressourcenverteilung und einem Gender-Controlling auf.
Ein Kernpunkt dieses Gender-Konzeptes bildet das Instrument der Gender-Budgetierung. Über eine Quotierung der zu verteilenden Geldvolumen bezogen auf Frauen und Männer wird die finanzielle Ressourcensteuerung im Rahmen von Personalmaßnahmen vorgenommen. Denn Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern setzt voraus, dass Frauen und Männer gleichermaßen von Gütern, Ressourcen und Möglichkeiten profitieren und daraus ihren Nutzen ziehen können. Als Zielsetzungen stehen eine geschlechtergerechte Personalkostenverteilung und die Realisierung der einkommensbezogenen Gleichstellung zwischen Frauen und Männern im Fokus.
Seit 2001 ist es so bereits gelungen, die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen durch die Nutzung dieses Instruments merklich zugunsten der Frauen abzubauen. So ist beispielsweise der Einkommensvorsprung der Männer bezogen auf das durchschnittliche Monatseinkommen seit dem Zeitpunkt der Initiierung von 13,29 % auf aktuell 4,69 % gesunken. Ein beachtlicher Fortschritt, der gleichermaßen international mit Interesse verfolgt wurde.
Für das Regierungspräsidium Kassel konnte somit insgesamt ein großer Beitrag zum Abbau der Unterrepräsentanz von Frauen und zur Gleichstellung der Geschlechter geleistet werden. Der aus einer Experimentierklausel gewachsene Gedanke und im Rahmen eines Modellprojekts erfolgreich erprobte Weg des Gender-Konzepts soll vor diesem Hintergrund auch zukünftig für die Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern im Regierungspräsidium Kassel fester Bestandteil sein.

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