Maximilian Graf Clairon d'Hassouville

Maximilian Graf Clairon d'Haussonville war nach einer Reihe von Landratsjahren in Schlesien zunächst Oberregierungsrat, dann Regierungspräsident in Koeslin gewesen, als er zum Amtsnachfolger Rothes ernannt wurde.

 

Als Landrat war er zeitweilig Mitglied des Abgeordnetenhauses. Am 18. August 1893 fand auf einer Plenarsitzung der Regierung seine Amtseinführung statt. Das Versprechen seiner Antrittserklärung, seine ganze Kraft und sein bestes Können zur Pflege und Förderung der ideellen und materiellen Interessen des Bezirkes einzusetzen, hat Clairon d'Haussonville wahrzumachen versucht durch eine Pflichterfüllung ohne Rücksicht auf seine Gesundheit. Als er im Frühjahr 1898 einen Urlaub erbat, zur Wiederherstellung seiner durch Überanstrengung im Dienst geschwächten Konstitution, war es ihm ein selbstverständliches Gebot der Pflicht, diesen Urlaub anläßlich der Reichstagswahl zu unterbrechen.

 

Im Sinne der sozialen Bestrebungen seiner Zeit trat Clairon d'Haussonville auf eine Aufforderung dem Verein für die Beschäftigung von Arbeitslosen bei, welcher die Kolonie Neu-Ulrichstein in Hessen ins Leben gerufen hatte. Wie weit ihm diese Tätigkeit eine Herzensangelegenheit war, ist schwer zu sagen. Doch nahm er an den Vorstandssitzungen teil. Im Ganzen hat man den Eindruck, daß Clairon d'Haussonville's Wesen geprägt war durch die wertvollen Qualitäten der Offiziers- und Beamtentradition, der er selbst und seine Vorfahren gedient hatten: Pflichterfüllung für den Staat und Fürsorge für den Menschen. In diesem Sinne spricht der Nachruf des Gardevereins in Kassel, dem Clairon d'Haussonville angehört hatte, von ihm als Jeuchtendes Vorbild königlicher Tugenden in warmer kameradschaftlicher Gesinnung.

 

Auch der Nachruf der Regierung rühmt die wahrhaft vornehme Gesinnung und gewinnende Herzensgüte des gerechten und wohlwollenden Vorgesetzen, neben dem Erfolg seiner amtlichen Tätigkeit. Im Frühjahr 1898 zog sich Clairon d'Haussonville auf einer Dienstreise eine schwere Erkältung zu, von der er nicht mehr genesen ist. Er starb in Merseburg am 28. Januar 1899.

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