Ludwig von Bodelschwingh

Ludwig v. Bodelschwingh wurde im Januar 1872 zum Nachfolger v. Moellers ernannt. Er stammte aus einer Familie des westfälischen Uradels und hatte nach vollendetem juristischem Studium im Jahre 1838 seine Laufbahn als Oberlandesgerichtsassessor begonnen. Wenige Jahre darauf wechselte er als Justitiar in den Verwaltungsdienst bei der Regierung in Minden über und blieb fortan Verwaltungsbeamter.

 

Von Minden wurde er als Regierungsrat an das Oberpräsidium der Provinz Sachsen in Magdeburg versetzt, wo er im Jahre 1848 nebenamtlich als Kommissar für den unter staatlicher Beteiligung durchgeführten Eisenbahnbau tätig war. Aus Magdeburg führte ihn sein Weg im Jahre 1850 als Abteilungsdirigent an die Regierung in Königsberg, 1851 nach Münster.

 

Im Jahre 1853 wirkte er als Vizepräsident der Regierung in Stettin. Aus dieser Tätigkeit wurde er zwei Jahre später als Direktor der Abteilung für Domänen und Forsten in das Finanzministerium berufen und gleichzeitig zum Wirklichen Geheimen Oberfinanzrat ernannt. Nach mehr als zehnjährigem Wirken im Ministerium kehrte er auf seinen eigenen Wunsch an den Ausgangsort seiner Verwaltungslaufbahn zurück und wurde Regierungspräsident in Minden.

 

Für die Stellung als Oberpräsident in Hessen-Nassau prädestinierte ihn vor allem seine Mitarbeit in den Oberpräsidien der Provinzen Sachsen und Pommern sowie seine Vertrautheit mit den Berliner Ministerialverhältnissen. Vielleicht spielte auch seine frühzeitige Erfahrung im Eisenbahnwesen, über die er wie sein Vorgänger verfügte, eine Rolle für diese Ernennung, denn der Eisenbahnbau forderte gerade in den Jahren des Oberpräsidiats v. Bodelschwinghs, ebenso wie zur Zeit seines Vorgängers, die rege Beteiligung der Provinzial- und Bezirksverwaltung. An der Planung für den Bau des Verwaltungsgebäudes der Regierung hat er bestimmenden Anteil genommen. Die Ursache seiner Verabschiedung im Anfang des Jahres 1875 ist nicht bekannt. Anscheinend wurde er bei diesem Anlaß zum Wirklichen Geheimen Rat ernannt. Nach seinem Ausscheiden lebte er bis zu seinem Tode im Jahre 1879 in Bonn.

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