Dr. Otto Stoelzel

Erst drei Monate nach der Pensionierung Springorums wurde Dr. Otto Stoelzel am 1. Mai 1926 zum Regierungspräsidenten bestellt. Er war als Sohn eines führenden preußischen Juristen, Adolf Stoelzel, in Kassel geboren.

 

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften hatte er im wesentlichen im Richterstande dem preußischen Staate gedient. Im Jahre 1900 war er Landrichter in Neuruppin, später in Berlin. Einige Jahre darauf, 1907, wurde er zum Oberlandesgerichtsrat in Celle ernannt. Schon während dieser Zeit wandte sich sein Interesse dem Verwaltungsrecht und seinen Fragen zu. Daher wurde Stoelzel im Jahre 1911 als Hilfsrichter dem Oberverwaltungsgericht in Berlin beigegeben und erhielt bald darauf eine Honorardozentur für Verwaltungsrecht bei der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin.

 

Diese Berufungen waren nur die Vorstufen für eine Tätigkeit als Vortragender Rat im Ministerium des Innern. Im Jahre 1925 bekleidete Stoelzel dort als Ministerialdirigent den Posten eines Leiters der Unterabteilung II b für Rechtssachen, besonders für Angelegenheiten des Staatsangehörigkeits- und Standesamtswesens. Diesen Interessen diente er auch durch Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten.

 

Neben seiner Tätigkeit im Ministerium war Stoelzel Mitglied der Prüfungskommission für höhere Verwaltungsbeamte und des Gerichtshofes zur Entscheidung von Kompetenzkonflikten. Die Tätigkeit als Regierungspräsident hat Stoelel nur wenige Monate versehen. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt im Februar 1927 übernahm er eine Honorarprofessur für Verwaltungsrecht an der Philippsuniversitit in Marburg. Er starb hier im Jahre 1945.

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