Botho Graf zu Eulenburg

Staatsminister Botho Graf zu Eulenburg, der am 17. August 1881 das Amt des Oberpräsidenten übernahm, legte bei dieser Gelegenheit sein Mandat im Preußischen Abgeordnetenhaus nieder. Graf Eulenburg war nach vollendetem Jurastudium in den Verwaltungsdienst eingetreten. Die Provinz Hessen-Nassau war ihm vertraut durch eine Tätigkeit als Regierungspräsident in Wiesbaden in den Jahren 1869-72.

 

Nach kurzer Dienstzeit in Metz war er im Jahre 1873 zum Oberpräsidenten in Hannover bestellt worden. Er war der Neffe und Nachfolger des preußischen Innenministers Graf Friedrich Albrecht zu Eulenburg. Das Werk seines Onkels, der die große Verwaltungsreform der siebziger Jahre in Preußen geleitet hatte, versuchte Eulenburg in den Jahren 1879-1881 fortzusetzen.

 

Bei den Bemühungen, die Aufsicht über die Gemeindeverwaltung an die Organe der Selbstverwaltung, die Kreisausschüsse, zu übertragen und den staatlichen Landrat in dieser Funktion auszuschalten, stieß Eulenburg auf den Widerstand Bismarcks und demissionierte deswegen im Februar 1881 aus seinem Ministeramte. Kurze Zeit später übernahm er das Amt des Oberpräsidenten. Er war der letzte Inhaber dieser Stellung, der gleichzeitig die Aufgaben des Regierungspräsidenten wahrnahm. Im Mai 1886 schied er aus diesen letzteren aus.

 

Im Jahre 1892 wurde er zunächst zum preußischen Ministerpräsidenten, dann zum Minister des Innern ernannt. Über die Umsturzvorlage gegen die Sozialdemokratie stürzte er im Jahre 1894. Bis zu seinem Tode im Jahre 1912 beschränkte er seine Tätigkeit fortan auf die Mitgliedschaft im Herrenhause.

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