August Freiherr von Ende

August Freiherr v. Ende, war als Sohn eines kurhessischen Forstbeamten in Waldau bei Kassel geboren, hatte jedoch selbst niemals in kurhessischen Diensten gestanden. In den fünfziger Jahren war er als Landrat in Waldenburg in Schlesien tätig, späterhin wurde er Polizeidirektor in Breslau.

 

Von dort aus ging er als Regierungspräsident nach Düsseldorf. Am 17. Februar 1876 trat er sein neues Amt als Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau an. Sein Wirken ist für die Regierung in Kassel besonders bedeutsam geworden durch die endgültige Sicherung des Kattenburgplatzes für den Neubau des Justizpalastes und sein Interesse an der Neubauplanung. Politische Neigung bewies er schon im Jahre 1848 als Mitglied der Gagernpartei im Frankfurter Parlament. Freiheits- und Gerechtigkeitssinn rühmte man an ihm in Schlesien.

 

Als Gegner der Sozialisten und Mitglied des deutschen Reichstages stimmte er für das Sozialistengesetz von 1878. Im Zusammenhang hiermit, aber auch bei anderer Gelegenheit, stellte er gegen sozialdemokratische Zeitungen und Redner Strafanträge wegen Beleidigung. So beschränkte er sich auf die Gegnerschaft, ohne zu positiven, konstruktiven Versuchen überzugehen, die bestehende Situation und die vorhandenen Mißstände zu ändern. Auf sein Gesuch erhielt er im August 1881 die Entlassung aus dem Amte des Oberpräsidenten. Nach seinem Ausscheiden scheint v. Ende bis zu seinem Tode im Jahre 1889 keine dienstlichen Funktionen mehr ausgeübt zu haben.

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